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Der neue Vorstand des "Bündnis für Grafing" (v.l.): Beisitzerin Beate Eckert, Vorsitzender Silvian Rüegg, Beisitzerin Kirstin Wündisch, Vorsitzender Rico Becker und Vorsitzende und Stadträtin Yukiko Nave.

Gegen Ex-Vorsitzenden wird ermittelt

Bündnis für Grafing: Munter weiter ohne Fröhlich 

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Grafing - Bei den Neuwahlen des "Bündnis für Grafing" tritt der Stadtrat, der wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem fair-Weltladen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, nicht mehr an.

Er war der Gründer des „Bündnis für Grafing“ (BfG) „Ich will Vorbild sein und wieder Vertrauen in die Grafinger Politik schaffen.“ Mit diesem Anspruch ging Stadtrat Heinz Fröhlich einst in den Kommunalwahlkampf 2014. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Als Vorstand des Bündnisses war er wohl nicht mehr tragbar. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung seiner Initiative nahmen anstelle seiner drei gleichberechtigte Vorstände den Vorsitz ein.

„Der Anfangsverdacht wurde bejaht“, gibt Ken Heidenreich von der Staatsanwaltschaft München II zum Fall Fröhlich aktuell Auskunft auf eine entsprechende Anfrage der EZ. Konkret: „Es wird ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und des Verdachts auf Verstoß gegen das Genossenschaftsgesetz“, so der Ankläger.

Heinz Fröhlich gehört nicht mehr der Vorstandschaft an.

Zur Erinnerung: Der BfG-Stadtrat hatte selbst eingeräumt, dass es im Bargeldverkehr der fair-Grafing Weltladen Genossenschaft, deren Finanzvorstand er zeitweise war, zu Unregelmäßigkeiten kam, die er zu verantworten hat. „Ich konnte nicht nachweisen, dass ich das Geld auf das richtige Konto eingezahlt habe“, sagte Fröhlich. Bei den fälligen Neuwahlen des Bündnisses „stand er als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung“, berichtet der neue Vorsitzende Rico Becker.

Fröhlich wollte einst Bürgermeister werden. Er hatte im Streit die Grafinger Grünen verlassen, die mit seinem Führungsstil nicht mehr einverstanden waren, seine Alleingänge kritisierten. Das Bündnis sollte ihn seinem Ziel, in Grafing auf dem Bürgermeisterstuhl Platz zu nehmen, näher bringen. Daraus wurde nichts.

„In der ordentlichen Mitgliederversammlung des BfG wurde eine Satzungsänderung einstimmig beschlossen. Der Vorstand wird zukünftig aus drei gleichberechtigten Vorsitzenden und zwei Beisitzenden bestehen. Ziel dieser Änderung ist es, den Vorstand weniger hierarchisch zu strukturieren und die Aufgaben besser auf mehrere Schultern zu verteilen“, informierte das Vorstandskollektiv in einer kurzen Pressemitteilung. Diesem Gremium gehören außer Becker auch noch die Grafinger Stadträtin Yukiko Nave und Silvan Rüegg an. Zu Beisitzern gewählt wurden Beate Eckert und Kristin Wündisch. „Inhaltlich fahren wir denselben Kurs weiter“, kündigt Becker an. Er sagt: „Der ganze Verein erwartet weiterhin eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Fraktion“ des „Bündnis für Grafing“ im Stadtrat.

„Jetzt muss man abwarten, was die weiteren Ermittlungen erbringen“, sagt Staatsanwalt Heidenreich zum Fortgang des Verfahrens gegen Fröhlich, der weiterhin einen Sitz im Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt hat. Darüber herrscht bei einigen Stadträten „Ratlosigkeit bis Entsetzen“.

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