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Schreckschusspistole im Handschuhfach: Der Kleine Waffenschein, den man zum Mitführen einer solchen Waffe braucht, ist derzeit sehr gefragt. Die Polizei ist skeptisch.

Erlaubnis zum Mitführen von Schreckschuss- und Gaspistolen

Kleiner Waffenschein: Immer mehr Bürger rüsten auf

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Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein ist im Landkreis Ebersberg sprunghaft angestiegen. 60 Anträge dafür gingen im Jahr 2015 im Ebersberger Landratsamt ein. Mehr als dreimal so viele wie im 2014, als nur 18 Anträge gestellt wurden. Die Jahre davor bewegten sich in einem ähnlichen Bereich.

Der Kleine Waffenschein gilt für Schreckschuss- und Reizgaswaffen, die im Handel frei verkäuflich sind. Diese dürfen auf dem eigenen Grundstück ohnehin besessen und verwendet werden, zum Mitführen in der Öffentlichkeit benötigt man jedoch die behördliche Erlaubnis. Dass diese nun so hoch im Kurs steht, liegt laut Norbert Neugebauer, Büroleiter des Landrats, an dem „subjektiven Gefühl der Unsicherheit durch die große Zuwanderung“. Von Händlern aus der Region sei zu erfahren, dass die entsprechenden Waffen alle ausverkauft seien.

Ein Blick auf die Kriminalstatistik zeigt: Die tatsächliche Zahl der Gewalttaten wie Überfälle, Sexualdelikte oder Körperverletzungen ist nicht gestiegen. Mit 112 Fällen bis einschließlich November 2015 bewegen sich die Zahlen für den Landkreis Ebersberg in etwa auf dem Niveau der Vorjahres: 2014 waren es 121 Gewaltstraftaten, 2013 138 und 2012 129. Dass mit einem „leichten Anstieg“ zu rechnen sein könnte, vermutet ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt, das auch für den Landkreis Ebersberg zuständig ist. Dies gelte auch für die Straftaten, die von Ausländern verübt werden, was etwa 30 Prozent der Gesamtstraftaten ausmache. „Zum Beispiel geht jede Auseinandersetzung von Asylbewerbern untereinander, zu denen die Polizei hinzukommt, in diese Statistik ein“, so der Polizeisprecher weiter.

Eindeutig mehr geworden sind hingegen die Einbrüche. Bis einschließlich November letzten Jahres zählte die Polizei für den Landkreis 139 Einbruchsfälle, 2014 waren es 127, die beiden Jahre davor weniger als 90. Die Aufklärungsquote bleibt konstant deutlich unter zehn Prozent.

Unabhängig von der Statistik – die Polizei ist nicht begeistert von dem Trend, Anscheinwaffen in der Öffentlichkeit dabeizuhaben. „Waffen sind immer schlecht, sie lassen die Lage immer eskalieren“, warnt Gerhard Freudenthaler von der Polizeiinspektion Ebersberg. Das Mündungsfeuer stelle außerdem eine erhebliche Verletzungsgefahr dar, wenn die Besitzer im Umgang mit ihrer Waffe nicht trainiert seien. Ein Reizgasspray biete die gleiche Sicherheit – bei weniger Risiko. Die beste Reaktion sei aber, auf sich aufmerksam zu machen und wegzulaufen. „Wir raten dringend, den Kontakt nicht zu suchen“, sagt Freudenthaler.

Er warnt davor, dass nicht nur Verbrecher bei einer Konfrontation überreagieren könnten. Eine Schreckschusswaffe sei auch für Polizisten zunächst nicht von einer echten Pistole zu unterscheiden. „Die Leute müssen sich im Klaren sein, dass wir Polizisten sehr sensibel werden, wenn so eine Waffe bei einer Kontrolle auftaucht. Schon zur Eigensicherung“, so Freudenthaler.

Auch daheim böten Anscheinwaffen kaum Schutzwirkung, im Gegenteil: „Ein Einbrecher geht davon aus, dass das eine richtige Schusswaffe ist. Wenn der dann bloß einen Schraubenzieher dabei hat, kann das ein Mordinstrument werden.

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