Erste Visualisierung: Die im Ebersberger Forst geplanten Windkraftrotoren aus der Blickrichtung Purfing (Gemeinde Vaterstetten).
+
Erste Visualisierung: Die im Ebersberger Forst geplanten Windkraftrotoren aus der Blickrichtung Purfing (Gemeinde Vaterstetten).

Energieagentur schaltet Homepage frei

„Faktencheck bei eklatanten Fehlern“ und erste Bilder: Windkraft-Infokampagne zum Ebersberger Forst gestartet

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
    schließen

Zu den fünf geplanten Windkraft-Anlagen im Ebersberger Forst soll die Energieagentur Ebersberg-München neutral aufklären. Das Kernstück dieser Info-Kampagne ist nun öffentlich.

Landkreis – Die Informationskampagne der Energieagentur Ebersberg zu den geplanten fünf Windkraftanlagen im Ebersberger Forst nimmt konkrete Formen an. Seit Mittwoch, 10. Februar, ist das Kernstück öffentlich abrufbar: der Online-Auftritt. Dort sammelt die vom Kreistag beauftragte Stelle Informationen – zur Geschichte und Debatte rund um die Windkraft generell und im Speziellen das geplante Projekt im Ebersberger Forst sowie dem damit verbundenen Bürgerentscheid am 16. Mai.

Wir wollen die Bürger nicht darin beeinflussen, wie sie sich entscheiden. Aber wir wollen, dass sie sich entscheiden.“

Benjamin Hahn, Sprecher der Energieagentur

„Wir wollen die Bürger nicht darin beeinflussen, wie sie sich entscheiden“, sagte Benjamin Hahn, Sprecher der Energieagentur bei einer virtuellen Presserunde am Mittwoch. „Aber wir wollen, dass sie sich entscheiden.“ Alle abstimmungsberechtigten Bürger erhalten unaufgefordert Briefwahl-Unterlagen; auch eine Urnenabstimmung am Stichtag in ihrem Rathaus ist möglich.

Ihr Ziel, möglichst viele Bürger zur Abstimmung über die Rotoren im Forst zu bewegen, will die Energieagentur auf zahlreichen Kanälen erreichen – von einer Postwurfsendung an alle Haushalte Anfang März über das gute alte Plakat, Infostände auf Wochenmärkten bis hin zu Social Media.

Bus-Exkursionen zu bestehenden Anlagen und Bürgerdialoge

Bei den größeren Veranstaltungen werde die Corona-Lage eine Rolle spielen, schränkt die Koordinatorin der Infokampagne, Veronika Preißinger, ein. So werde der erste von drei Bürgerdialogen, die für 18. März, 28. April und 11. Mai geplant sind, wohl virtuell stattfinden. Spätestens im Mai hofft Preißinger aber auf eine große Präsenzveranstaltung.

Die im Ebersberger Forst geplanten Windkraftanlagen in einer Visualisierung von der Feldkapelle Wolfesing, Gemeinde Zorneding, aus betrachtet.

Außerdem geplant sind sechs Bus-Exkursionen zu bestehenden Windkraftanlagen: am 25. März und 7. Mai zum bisher einzigen Windrad im Landkreis, dem in Hamberg (Gemeinde Bruck). Eine bessere Vorstellung von dem, was im Ebersberger Forst entstehen könnte, sollen aber Fahrten nach Berg im Kreis Starnberg (17. April, 9. Mai) und nach Fuchstal im Kreis Landsberg am Lech (20. März, 18. April) liefern. Die Anlagen dort stünden ebenfalls im Wald und seien näher an der Dimension, die jene im Ebersberger Forst annehmen könnten – mit bis zu 250 Metern Höhe. Bei diesen Exkursionen sei auch ein Austausch mit Bürgern vor Ort vorgesehen. „Wir wollen nicht missionarisch auftreten“, verspricht Energieagentur-Sprecher Hahn. Er hoffe darauf, dass gerade Landkreisbürger mit offenen Fragen oder Skepsis gegenüber dem Vorhaben im Forst sich vor Ort ein Bild machen: „Wir möchten den Austausch kontroverser Meinungen.“

Homepage mit „Faktencheck“ zu „eklatanten Fehlern“

Zwei Unterpunkte fallen auf der nun freigeschalteten Info-Homepage der Energieagentur besonders ins Auge: Die Visualisierungen und der „Faktencheck“. Erstmals veröffentlicht die Energieagentur Bildmaterial, das in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München entstanden ist. Es zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln, wie die geplanten Windräder von den Anrainer-Orten aus aussehen dürften. Am prominentesten sichtbar wären sie demnach von Purfing (Gemeinde Vaterstetten) aus.

Die geplanten fünf Standorte im Ebersberger Forst sind auf dieser Karte eingezeichnet. Aus der Blickrichtung der mit Rechtecken markierten Punkte bietet die Energieagentur Visualisierungen der geplanten Anlagen an.

Im „Faktencheck“ plant die Energieagentur, öffentliche Äußerungen wie in Leserbriefen oder offenen Briefen aufzugreifen, die „eklatante Fehler enthalten“, so Hahn, was die Faktenlage angeht. „Auch, wenn es um fantastisches Wunschdenken bei Windkraft-Befürwortern geht.“ Bislang geht die Agentur dort auf zwei Gegner-Stimmen ein. „Es handelt sich aber um eine lebende Homepage“, die ständig ergänzt werde, verspricht Projektkoordinatorin Preißinger. Das gelte auch für die anderen Bereiche auf der Webseite.

Gutachten in Zusammenfassung und Wortlaut

So finden Interessierte auf der Windkraft-Info-Homepage der Energieagentur neben Hintergrundinformationen zum Ebersberger Forst auch bisherige Gutachten zum Windkraft-Vorhaben in Zusammenfassung und Wortlaut vor. Diese würden dort chronologisch vollständig aufgenommen, heißt es aus dem Landratsamt. Auch abrufbar: ein Faktenkatalog zu Themen rund um die Windkraft und das Projekt, die die Energieagentur gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt erarbeitet hat.

Auch interessant

Kommentare