Noch landwirtschaftliche Fläche: Auf dem Areal im Vordergrund könnte laut Bürgermeister Georg Reitsberger das Bürgerhaus entstehen. Im Positionspapier der Freien Wähler wird vor einem „Minigewerbegebiet“ gewarnt. Foto: s.Rossmann

Bürgerhaus gegenüber Rathaus

Vaterstetten - Bürgermeister Reitsberger sieht gemeindeeigenes Areal als einzigen möglichen Standort - Seine FW will aber Schulaula als Saal.

Noch hat Bürgermeister Georg Reitsberger (Freie Wähler) seine Pläne für ein Bürgerhaus in der Gemeinde Vaterstetten nicht vorgelegt. Eines machte er auf Anfrage der Ebersberger Zeitung jetzt aber deutlich: Als möglichen Standort kann er sich nur das Gelände gegenüber von Rathaus und Kirche, also östlich der Möschenfelder Straße vorstellen. Das rund 7000 Quadratmeter große Grundstück ist im Eigentum der Gemeinde. Und der Bürgermeister ist weiterhin für ein Bürgerhaus mit Veranstaltungssaal.

Reitsberger steht damit im Gegensatz zu Meinungen aus seiner eigenen Fraktion. Denn in Überlegungen zu einem Arbeitsprogramm der Freien Wähler für dieses Jahr, genannt „Aktion 15“ und unterzeichnet von Pressesprecher Udo Ricke, steht: „Für den Bürgersaal sollten wir den Ausbau der neuen Schulaula weiter einfordern.“ Es mache keinen Sinn, anstelle eines kostengünstigen Aula-Saals „einen millionenteuren Bau gegenüber des Rathauses zu errichten“. Es würde jede Ortsplanung zunichte machen, „wenn da im Feld ein abgespeckter Bürgerbau mit Supermarkt und Tiefgarage steht“. Außerdem wecke das Begehrlichkeiten für die Errichtung weiterer Geschäfte. „Dann haben wir wieder ein ,Minigewerbegebiet’. Eine schlimmere Zersiedlung dieses Areals ist kaum vorstellbar.“

Reitsberger hingegen ist gegen eine Aula-Lösung als Alternative zu einem Bürgersaal. Dass dies zum jetzigen Stand der Planung für das neue Schulzentrum eigentlich kaum umsetzbar sei, hätten Gespräche mit dem Architekten ergeben. Ein neues Bürgerhaus gegenüber des Rathauses müsse sich laut Bürgermeister jedoch städtebaulich in die Umgebung einfügen und mögliche spätere Entwicklungen müssen man ebenfalls berücksichtigen. „In die Überlegungen von Herrn Ricke habe ich mich nicht eingemischt“, betonte der Bürgermeister.

Einer Umgestaltung des gesamten bestehenden Rathausumfeldes steht der Bürgermeister positiv gegenüber. Die Wendelsteinstraße sollte aus seiner Sicht jedoch nicht zu einer „Fußgängerzone“ werden. Das würde die angrenzenden Geschäfte beeinträchtigen. Beachtet werden müsste zudem, dass „viele ältere Mitbürger mit dem Auto zum Einkaufen kommen.“

In den Überlegungen der Freien Wähler steht: Die FW sollten sich bei einer Gestaltung des Vorplatzes und der Wendelsteinstraße bis hin zur Bahnhofstraße einbringen. Ausgebaut werden sollte dieser Bereich als eine Art ,shared space’. Würde bedeuten: ineinander übergehende Verkehrsebenen, keine Kantsteine, „selbstverständlich reduzierter Verkehr, ein Angebot, mit dem Fußgänger, Schulkinder und Eltern sowie Fahrräder präferiert werden“. Eine Bürgerbefragung könnte das nach Ansicht von Ricke „gut rüberbringen“. Vorschläge und Mitarbeit der Bürger sei erwünscht. Durch die Auflösung der Polizeistation und den Abriss der alten Feuerwehr würde sich zudem eine Chance für einen Rathausanbau ergeben, in dem wieder alle Funktionen zusammengeführt werden könnten. Unterkommen könnten dort auch die ausgelagerten Rathauskonzerte und eventuell die Bücherei. „Dann hätten wir ein Zentrum“, so Ricke.

Robert Langer

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