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Plieninger Bürgerhaus kommt ganz schön teuer

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Der Betrieb des Plieninger Bürgerhauses ist teuer. Vor allem die Reinigungskosten schlagen zu Buche. © dz

Pliening - 91 000 Euro kostet die Gemeinde Pliening jährlich der Betrieb des Bürgerhauses. Wie das Defizit gesenkt werden könnte, darüber haben sich Verwaltung und Gemeinderat Gedanken gemacht. Im Mittelpunkt stehen die Kosten für die Reinigung.

Viele Bürger und Vereine aus den umliegenden Gemeinden beneiden Pliening um das Bürgerhaus, eignet sich das Gebäude doch hervorragend für Veranstaltungen und Konzerte aller Art. So gut das Bürgerhaus auch ist - es kostet der Gemeinde jährlich im Durchschnitt etwa 91 000 Euro, berichtet Bürgermeister Georg Rittler. Zwar werden von Veranstaltern Nutzungsgebühren und Reinigungskosten verlangt, doch reiche diese Summe nicht aus, das Defizit zu decken. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat die Verwaltung nun einen Vorschlag gemacht, wie die Kosten gesenkt werden könnten: durch eine Erhöhung der Reinigungspauschale. Dadurch würde die Miete für das Bürgerstüberl um 40 Euro steigen auf 160 (für Bürger der Gemeinde Pliening) bzw. 210 Euro pro Tag, für den Saal um 60 Euro auf 310 bzw. 460 Euro.

In der Gemeinderatssitzung ist eine heiße Diskussion um den Vorschlag und um das Defizit entbrannt. Letztendlich folgte die Mehrheit dem Antrag von Stefan Seizl (parteifrei), den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Der Auftrag an die Verwaltung: Ein neues Konzept erarbeiten. Das werde nicht einfach sein, sagt Bürgermeister Rittler (CSU). Er fordert die Gemeinderatsfraktionen auf, selbst Ideen vorzubringen, schließlich habe die Verwaltung bereits einen Vorschlag gemacht - der zunächst nicht angenommen worden ist. Eines will Georg Rittler auf jeden Fall belassen: Die ortsansässigen Vereine sollen das Bürgerhaus weiterhin kostenlos nutzen dürfen. Ob sie auch künftig über die Reinigungspauschale von 70 Euro für das Stüberl, bzw. 100 Euro für den Saal hinaus belastet werden sollen, darüber könnte diskutiert werden. Die Vereine, sagt Rittler, hätten vermutlich Verständnis dafür, wenn sie was zahlen müssten. Das habe er in Gesprächen mit Vereinsvertretern herausgehört.

Das Plieninger Bürgerhaus ist im April 2002 eröffnet worden. Die damals festgelegten Gebühren wurden seither lediglich marginal verändert, sagt der Bürgermeister. Auf Grund der steigenden Kosten insgesamt, vor allem der Reinigungskosten, sei eine Anpassung zum 1. Januar 2012 notwendig. Diesem Ansinnen hat die Mehrheit im Gemeinderat zunächst einen Riegel vorgeschoben.

Laut Bürgermeister Georg Rittler finden jährlich etwa 100 Veranstaltungen im Bürgerhaus statt, jeweils zur Hälfte im Saal und im Stüberl. Häufig gebucht würden private Geburtstagsfeiern im Bürgerstüberl. Rittler ist weiterhin froh um das Bürgerhaus („Kultur ist wichtig“) und er weiß: „So eine öffentliche Einrichtung bedeutet für eine Gemeinde immer ein Defizit.“ Grenzwertig werde es allerdings dann, wenn der jährliche Betrag die 100 000 Euro übersteigt.

Armin Rösl

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