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Bürgermeisterwahl 2012: Freie verzichten auf Kandidatur

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Toni Ried,
Chef der Freien Wähler und 2. Bürgermeister.
Toni Ried, Chef der Freien Wähler und 2. Bürgermeister.

Ebersberg - Bei der Ebersberger Bürgermeisterwahl am 11. März bleibt es bei drei Kandidaten. Die Freien Wähler verzichten nämlich darauf, einen eigenen Aspiranten ins Rennen zu schicken. Das hat die FW-Mitgliederversammlung einstimmig entschieden.

Damit wird 2. Bürgermeister Toni Ried beim anstehenden Wahlgang nicht eingreifen. In seiner Eigenschaft als FW-Ortsvorsitzender wäre er der geborene Kandidat der Wählervereinigung gewesen. Ein Wahlkampf steht also auf Seiten der Freien Wähler nicht ins Haus. „Wir werden uns völlig neutral verhalten, uns also nicht für einen der Kandidaten aussprechen“, klopfte Ried vor den zwei Dutzend versammelten FW-Mitgliedern unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelle und zukünftige Aufgaben“ zudem fest. Man wolle „eine Politik der Fronten und Grenzen vermeiden“, erklärte Ried, der 1994 noch gegen den damals erstmals gewählten Amtsinhaber Walter Brilmayer (CSU) angetreten war.

Zwei Vorstandssitzungen sind laut Ried der aktuellen Weichenstellung vorausgegangen. „Wir haben die Szenerie erst einmal beobachtet“, spielte Ried auf die Kandidaturen von Brilmayer, Philipp Goldner (Grüne) und die noch ausstehende Nominierung von Doris Rauscher (SPD) an. Das FW-Führungsgremium sei „unter Berücksichtigung aller Faktoren bei der Wahrheitsfindung einstimmig“ zum Schluss gekommen, keinen eigenen Kandidaten zu küren, lautete Rieds Schlüsselsatz.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, ergänzte er. Wesentlich wichtiger als die anstehende Bürgermeisterwahl sei „die Orientierung auf die Stadtratswahl 2014 mit dem Ziel, einen fünften Stadtrat zu stellen“. Dafür wolle man „unsere ganze Kraft aufbauen, auch die dafür notwendigen Finanzmittel“. Deshalb „wäre es fast unvernünftig, jetzt schon unser Pulver zu verschießen“, erklärte der FW-Chef. Gleichzeitig umschrieb Ried die Marschrichtung bis zur Stadtratswahl im März 2014: „Wir werden noch viel intensiver Stellung beziehen, um Ebersberg zu erhalten.“ Schon jetzt sei man „da an vorderster Stelle dabei“. Doch werde die FW künftig „noch lauter auftreten“, auch gegenüber der größten Fraktion. Ein Hauch von Nabelschau gab es zudem. „Gestaltungswille ist unsere vorherrschende Eigenschaft“, so Ried. „Wir beschränken uns nicht aufs nur Mitreden in Gremien, sondern gestalten bereits im Vorfeld durch unsere konkrete Arbeit mit.“ Doch gelte auch hier: „Damit wir uns nicht isolieren, brauchen wir auch den Kontakt zu den anderen Fraktionen“, sagte Ried, wobei er insbesondere den jährlichen Besuch von Rathauschef Brilmayer beim FW-Bürgermeisterstammtisch ansprach. Letzterer sei „ein geeignetes Forum zur Verständigung“. Rieds Credo: „Wir werden unbeirrt agieren, auch wenn man in den Sitzungen einmal alleine ist“.

Der FW-Vorsitzende sorgte dann aber doch noch für eine programmatische Positionsbestimmung: „Wir verstehen uns als Mahner für ein Ebersberg mit Lebensqualität.“ Veränderungen müssten im Rahmen bleiben. „Es geht nicht nur ums Boomen“, sagte Ried. „Deshalb müssen wir bei manchen Dingen mäßigend eingreifen.“ Die Umgebung präge den Menschen. Das gelte es zu beachten.

Von Eberhard Rienth

Einen Kommentar zu diesem Thema finden Sie in der Printausgabe der Ebersberger Zeitung vom 23. November.

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