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Bürgerversammlung in Markt Schwaben: Arbeit ohne Ende

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Bürgermeister Georg Hohmann (li.) ließ auch seine Ressortleiter Andreas Pröschkowitz, Jan Ostmann, Martha Biberger, Angela Freise und Bernhard Stiegler zu Wort kommen.  Foto: dul
Bürgermeister Georg Hohmann (li.) ließ auch seine Ressortleiter Andreas Pröschkowitz, Jan Ostmann, Martha Biberger, Angela Freise und Bernhard Stiegler zu Wort kommen. Foto: dul

Markt Schwaben - Eine Bürgerversammlung dient nicht zwangsläufig der Selbstdarstellung eines Bürgermeisters. Das bewies Georg Hohmann im Unterbräusaal. Beim neuen Rathauschef in Markt Schwaben kamen erstmals alle wichtigen Ressortleiter zu Wort.

Zur Verwunderung vieler blieben an diesem Abend einige Stühle unbesetzt. „Unser neuer Bürgermeister hat in kürzester Zeit großes Vertrauen erworben“, kommentierte ein Gast die freien Plätze, „man muss ihm nicht zwangsläufig immer zuhören“. Dabei gab es Neuerungen, die ein weiteres Kapitel des offenen und informellen Umgangs mit den Bürgern unter Beweis stellten. „Die Bestandsaufnahme nach meinem Amtsantritt hat gezeigt, dass es viel Arbeit und viele Probleme zu bewältigen gibt“, sagte Hohmann zu Beginn.„Ich bitte um Geduld!“ Er machte keinen Hehl daraus, dass die „Abarbeitungslisten“ lang seien und es an Personal fehle. Umstrukturierungen in der Rathausverwaltung sowie die Anstellung neuer Mitarbeiter im Bauhof werde im neuen Jahr deutliche Besserung bringen.

Große Probleme bereiten die „Altlasten“. Viele Liegenschaften und Bauwerke wie etwa die Fußgängerbrücke über die Bahn seien noch nicht abgeschlossen und kosteten laufend Geld. „Das Parkhaus am Bahnhof weist 28 Mängel auf“, rechnete Hohmann vor. „Die sieht man nicht, aber sie kosten Geld und Personal“. Etliche Kindereinrichtungen, die Schallschutzwand der Herzog-Ludwig-Straße, die Grünanlage am Burgerfeld sind weitere Beispiele. Dazu kommen sanierungsbedürftige Gebäude wie Hallenbad, Sportpark, Grundschule und das Rathaus.

„Wir haben heute die Rathausbrücke abgesperrt, sie wird demnächst abgerissen“, gab der Rathauschef bekannt. Zusammen mit Fachleuten und dem Marktgemeinderat werde überlegt, wie zusätzlich Geld in die Gemeindekasse kommen könnte. „Es ist schwierig, weil Verträge und Abmachungen einzuhalten sind“, so Hohmann.

Martha Biberger erläuterte die Finanzlage der Marktgemeinde. „Wir hatten lange Besprechungen in der dafür eingerichteten Sparkommission“, schilderte die Kämmerin die Vorgehensweise, „wir konnten so den Vermögenshaushalt von 11,7 Millionen auf 7,5 Millionen Euro und den Verwaltungshaushalt von 20,1 Millionen auf 19,8 Millionen Euro kürzen“. Durch neue Konzepte müsse Geld gespart und neues Geld eingenommen werden, fügte sie hinzu. Wichtig sei die Beteiligung der Bürger, „die Aktivkreise leisten hier bereits hervorragende Arbeit“.

Im Anschluss berichtete Andreas Pröschkowitz über die Probleme im Bau- und Ordnungsamt. Weil viele Liegenschaften noch nicht ganz fertig seien, müssten die Mitarbeiter Leistungen erbringen, die nach außen nicht sichtbar seien.

Bauamtsleiter Bernhard Stiegler zählte schier endlos viele Beispiele anfallender Arbeiten auf, die bewältigt werden müssen. Ob öffentliche Gebäude oder Straßenbeleuchtung, Grünanlagen oder Spielplätze, das Erfüllen gesetzlicher Vorgaben oder die Abwasseranlagen - die Aufgaben seien kaum zu bewältigen.

Jugendpflegerin Angela Freise erläuterte die Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung von den Krippen bis zur Mittagsbetreuung und Schülerhort. Sie stellte fest, dass es in absehbarer Zeit in Markt Schwaben an Kindergartenplätzen mangeln werde.

Schließlich informierte Jan Ostmann über die Aktivitäten und Angebote des Jugendzentrums. In der Diskussion zum Abschluss der Erläuterungen ging es im Wesentlichen um das Unverständnis einiger Bürger, warum es am Bahnhof jetzt zwei Aufzüge gäbe, der barrierefreie Zugang zu den Gleisen aber bis auf Weiteres unmöglich sei.

dul

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