Digitales Angebot: Ab Montag dürfen die Menschen im Freistaat Ware online oder telefonisch ordern und in den Läden abholen. Symbolbild: Paul Zinken/dpa
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Digitales Angebot: Ab Montag dürfen die Menschen im Freistaat Ware online oder telefonisch ordern und in den Läden abholen. Symbolbild

Ab Montag dürfen Kunden bestellte Ware bei den Geschäften vor Ort kontaktlos abholen

Click & Collect: Abholverkauf als Hoffnungsschimmer für den Einzelhandel

Die Einzelhändler im Landkreis Ebersberg bereiten sich auf den Abholverkauf vor, der ab Montag erlaubt ist.

Landkreis – Sorgen, Wut und Unverständnis: Die Verlängerung des Lockdowns erzürnt den Einzelhandel. Mit „Click & Collect“ will die Politik den Schaden begrenzen. Doch Branchenvertreter sehen in dem Instrument nur einen Tropfen auf dem glühend heißen Stein.

Baumarkt: Bestellung per Mail und Telefon möglich

Ab Montag haben alle Läden die Möglichkeit zu „Click & Collect“. Kunden können dann online oder per Telefon Waren bestellen und sie vor Ort abholen. Etliche nutzen diese Chance. Etwa der Hagebaumarkt in Ebersberg. „Wir haben seit sechs Wochen keinen Euro eingenommen, was sollen wir denn sonst machen?“, fragt Marktleiter Thomas Deseive.

Ab Montag können Kunden dann via E-Mail oder Telefon Waren bestellen. Daraufhin wird ein Termin vereinbart, damit es nicht zu Warteschlangen kommt. Abgeholt und bezahlt wird am Eingang am Infopunkt, bar oder mit Karte. Alles mit Maske. „Ich kann die Resonanz überhaupt nicht einschätzen, ob da jetzt fünf oder 100 Leute kommen“, so Marktleiter Deseive.

Sporthändler: Beratung und Anprobieren fehlt

Richard und André Gürteler vom gleichnamigen Sportgeschäft in Eglharting setzten seit Beginn des zweiten Lockdowns hauptsächlich auf den Versand von per E-Mail oder telefonisch bestellten Artikeln. Die zusätzliche Möglichkeit des Abholens können sie sich zwar vorstellen, glauben aber nicht an große Veränderungen. „Beim Versand ist ein Schuh fast immer zu klein zu groß zu breit oder hat die falsche Farbe“, ist Richard Gürteler skeptisch. Die Beratung und Möglichkeit des Anprobierens fehle einfach.

„Die Schuhe durchs Fenster rausgeben und sagen, der wird schon passen, kann man vergessen“, meint er. Zusätzlich schade der Lockdown dem Sportgeschäft doppelt, da die meisten Sportarten verboten seien und dementsprechend kaum Bedarf herrsche. Aber sein Sohn André Gürteler bleibt optimistisch: „Du musst alles mitnehmen, was geht“.

Künstlerbedarf rechnet mit mehr Andrang

In Forstinning kennt sich David Bernhard vom Künstlerbedarfsladen Boesner bereits mit Lieferung und Abholung aus. Großkunden und Künstler können bereits jetzt über Telefon, E-Mail, Fax oder Whatsapp bestellen. Wenn die Ware bereit steht, teile Boesner das dem Kunden mit und dieser müsse sich daraufhin zum Vereinbaren eines Abholtermins melden. Draußen wird dann mit Maske die Ware übergeben und kontaktlos mit Karte bezahlt. „Das ist aufwendig, aber das sind nun mal die Regeln“, so Bernhard.

Er bemerkt generell, dass die Leute kreativ sein wollen und ihr Heim verschönern oder verändern. „Den Künstlern wird nicht langweilig und uns dadurch auch nicht“ sagt Bernhard und lacht. Er schätzt, dass ab kommender Woche der Andrang mehr werde.

Fahrradhändler: Das größte Problem sind unterbrochene Lieferketten

Bei Zweirad Hofmann in Zorneding ist Gerhard Geiselhöringer unterdessen guter Dinge. Das größte Problem seien momentan unterbrochene Lieferketten die zu Verzögerungen bei den neuen Rädern führen. Reparaturwerkstätten sind laut Geiselhöringer systemrelevant. Er meint, dass die Fahrradbranche allgemein einen großes Plus verzeichnen konnte. „Man bemerkt, dass die Leute mehr Radl fahren“, sagt er. Neue Fahrräder könne man weiterhin aus dem Katalog telefonisch bestellen. Das Rad kann dann vor der Türe abgeholt werden. Bezahlt wird per Überweisung. Geiselhöringer: „Es geht irgendwie.“

Raffael Scherer

Alle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung.

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