So sieht eine unterirdische Wertstoff-Sammelstelle in Vaterstetten, Wankstraße, aus. Foto: jro

Container verschwinden im Untergrund

Kirchseeon - Im neuen Eglhartinger Baugebiet an der Bucher Straße startet Kirchseeon ein Pilotprojekt. Erstmals werden in der Gemeinde Wertstoffcontainer unterirdisch aufgestellt, nur die kleinen Einwurfschächte sind über dem Boden und bequem erreichbar.

Rund 80 Wohneinheiten, darunter acht als Bauland für Einheimische, sollen auf dem rund 2,4 Hektar großen Areal entstehen. Planer Josef Gruber-Buchecker aus Ebersberg stellte im Kirchseeoner Gemeinderat die Erschließungsplanungen für die Fritz-Arnold-Straße sowie die Situierung der Wertstoffcontainer vor.

„Vaterstetten hat sehr gute Erfahrungen mit den unterirdischen Containerplätzen gemacht. Die Verschmutzung an der Oberfläche ist angeblich sehr moderat“, betonte Bürgermeister Udo Ockel. „Wir als Verwaltung würden das gerne probieren, weil wir glauben, dass das die Zukunft sein wird.“

Zwischen der Bebauung mit Doppelhäusern und den dreigeschossigen Gebäuden, die die landkreiseigene Wohnungsgenossenschaft im Sozialen Wohnungsbau erstellen wird, wird die Wertstoffsammelstelle untergebracht. Drei Glas- und drei Papiercontainer mit einem Fassungsvermögen von je fünf Kubikmetern sind vorgesehen. Wie schon in Vaterstetten, Riem, Haar, Ismaning oder Unterföhring könnten die Container aus dem Sichtfeld verschwinden. Was bleibe, seien die Einwurfsäulen, die aber „nicht nur kleiner und damit unauffälliger, sondern auch wesentlich ästhetischer als die herkömmliche oberirdische Variante“ seien, so Ockel. Die optischen Vorteile hätten außerdem den positiven Nebeneffekt, dass der Bürger weniger verleitet werde, andere Abfälle an der Sammelstelle „abzustellen“. So werde „nachhaltig ein verbessertes Ortsbild erzeugt“.

Weitere Vorteile: Die geringe Einwurfhöhe von rund 85 Zentimetern erleichtere besonders älteren Bewohnern, Kindern und Menschen mit Behinderungen den Einwurf. Durch das Aufstellen der Container unter der Oberfläche werde zudem auch alles viel leiser.

Nach dem einstimmigen Beschluss muss nun nur noch mit dem Erschließungsträger verhandelt werden. Eine „normale“ Wertstoffsammelstelle kostet nämlich 20 000 bis 30 000 Euro. Die unterirdische Variante aber kommt auf bis zu 70 000 Euro. Unterm Strich aber werden die etwaigen Mehrkosten auf die künftigen Besitzer über den Grundstückspreis umgelegt. Ganz modern wird das neue Baugebiet auch datentechnisch. „Wir bekommen ein sehr schnelles Glasfaserkabel in den Boden“, kündigte Gruber-Buchecker an. „Das hat dann wirklich ganz kommode Übertragungsraten.“ Losgehen wird es mit der Erschließung heuer jedoch nicht mehr. „Im Frühjahr aber wollen wir starten“, kündigte der Bürgermeister an.

Eberhard Rienth

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