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Corona-Partys in bayerischem Hotspot lassen Inzidenzen steigen - Landratsamt fordert Bundeswehr an

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Von: Robert Langer, Michael Acker

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Menschen tanzen in einem Club
Das Landratsamt berichtet von Corona-Partys im südöstlichen Landkreis Ebersberg. © Felix Kästle / dpa

Regelrechte Corona-Partys soll es im Landkreis Ebersberg geben. Dort wo die Sieben-Tage-Inzidenz extrem hoch ist. Landrat Niedergesäß spricht von einer „sehr bedenklichen“ Situation.

Landkreis – Feiern, Gaudi haben und sich anstecken - das scheint das Motto von Feierwütigen im südöstlichen Landkreis Ebersberg zu sein. Das Landratsamt hat Erkenntnisse, dass es in der Region, die seit Tagen extrem hohe Inzidenz-Werte hat, Corona-Partys geben soll. Andere Quellen berichteten ebenfalls von Feiern in Emmering und Frauenneuharting. Letztere Gemeinde hat derzeit eine Inzidenz von fast 3000.

Nach Corona-Partys im Landkreis Ebersberg: Gemeinde mit Inzidenz von fast 3000

„Das ist sehr bedenklich“, sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) am Dienstag, 9. November. Die Feiernden „gefährden sich und Andere“.

Corona: Landratsamt geht wieder in Krisenmodus

Das Landratsamt steuert angesichts der aktuellen Zahlen derzeit wieder auf den Krisenmodus zu. Niedergesäß würde wie schon früher die Ausrufung des Katastrophenfalls begrüßen. Das würde der Behörde mehr Handlungsspielraum geben. Abteilungsleiterin Brigitte Keller würde sich über die erneute Einsetzung eines Koordinators als Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten freuen. „Den brauchen wir.“

Sowohl Niedergesäß als auch Keller werben dafür, sich impfen zu lassen. „Ein kleiner Piks für den Einzelnen, einer großer Schritt gegen die Pandemie“, so Keller. Sie berichtet darüber, dass die Impfbereitschaft derzeit wieder zunehme, wenn auch auf geringem Niveau. Die Kapazitäten im Impfzentrum in der ehemaligen Kreissparkasse würden derzeit wieder hoch gefahren. Möglich seinen 800 bis 1000 Impfungen täglich in den elf Arztzimmern – auch durch Ausweitungen der Öffnungszeiten pro Tag oder auf das Wochenende. „Wir reagieren innerhalb von Stunden“, so Keller.

Corona in Ebersberg: Bundeswehr soll erneut helfen

Im Landratsamt wir aktuell wieder Personal umgeschichtet. Hilfe soll es zudem erneut von der Bundeswehr geben. Die Nachverfolgung von möglichen Kontaktpersonen sei teilweise schwierig, da würden falsche Adressen und Telefonnummer angegeben. „Da wird uns bei weitem nicht die Wahrheit gesagt. Das macht die Arbeit für das Personal aufwändig.“

Es sei ein Fehler gewesen, die kostenlosen Test einzustellen, sagte Niedergesäß. Man brauche diese Maßnahme auf niedrigem Niveau. Das Landratsamt will mit gutem Beispiel vorangehen. Dort gebe es eine Testpflicht für alle Mitarbeiter zwei Mal pro Woche – unabhängig davon ob geimpft oder nicht geimpft. „Das erwarten wir“, so Keller.

Am Dienstag, 9. November 2021, Stand 8.00 Uhr sind im Landkreis Ebersberg 127 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet. Eine Woche zuvor waren im Vergleich zum damaligen Vortag 49 neue Infektionsfälle aufgetreten. Insgesamt sind aktuell 1195 Menschen aus dem Landkreis Ebersberg positiv auf das Corona-Virus getestet. Bisher wurden hier 9.315 Bürgerinnen und Bürger nachweislich positiv mit einem PCR-Test getestet. 7.931 gelten als geheilt, 189 sind leider verstorben. 246 Landkreisbewohnerinnen und -bewohner sind derzeit in Quarantäne, weil sie entsprechenden Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Der Wert für die 7-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis Ebersberg zum Stand 9. November 2021, 0 Uhr laut RKI bei 561,5. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich bezogen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen neu mit dem Corona-Virus infiziert haben.

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