Dr. Marc Block, Internist aus Zorneding
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Dr. Marc Block aus Zorneding war während des Corona-Katastrophenfalls vom Landrat bestellter Versorgungsarzt für den Landkreis Ebersberg

Interview

Corona-Anstieg im Landkreis Ebersberg - Ex-Versorgungsarzt warnt: „Es geht wirklich um was“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Nach dem Aufflackern der Coronavirus-Pandemie Im Landkreis Ebersberg durch Reiserückkehrer vor allem aus Kroatien, rechnet Ex-Versorgungsarzt Marc Block mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen. Er rät zu umsichtigem Handeln.

Dr. Marc Block aus Zorneding war bis zum Ende des Corona-Katastrophenfalls in Bayern der vom Landrat eingesetzte Versorgungsarzt für den Landkreis Ebersberg. Im Interview spricht das Vorstandsmitglied des Ärztlichen Kreisverbands über das Aufflackern der Pandemie im Landkreis.

Herr Dr. Block, ist der Anstieg der Neuinfektionen durch Reiserückkehrer der Beginn einer neuen Entwicklung?
Ich fürchte, ja. Die Schulferien in Bayern sind erst zur Hälfte um. Die Zahl der Risikoländer steigt weltweit. Daher nehme ich an, dass auch das Infektionsgeschehen im Landkreis Ebersberg zunehmen wird. Es geht nun darum, den Anstieg möglichst gering zu halten.
Was bedeutet das für den Einzelnen?
Es mag anstrengend und nervig sein, aber jeder ist in seiner Eigenverantwortung gefragt. Das heißt: Maske tragen, Abstand halten, Hände waschen. Es geht wirklich um was. Reisende sollten sich auch im Urlaub entsprechend verhalten, selbst wenn im Gastgeberland andere Regeln gelten. Und wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich an die Melde-, Test- und Quarantänevorgaben halten.
Vor allem Kroatien fällt als Ansteckungs-Hotspot auf.
Es kommt immer darauf an, wie Sie sich persönlich verhalten. Wenn Sie am leeren Strand liegen oder auf einem Schiffchen vor Dalmatien schippern, ist das Risiko gering. Aber es gibt auch regionale Schwerpunkte. Vergangenen Freitag hat Kroatien 200 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. So viele waren es dort noch nie. In der Anfangsphase der Pandemie hatte das Land schneller reagiert als die meisten – mit Erfolg. Nun ist eine Wende eingetreten.
Was heißt das für die Daheimgebliebenen?
Wie bisher auch: Hygieneregeln einhalten und Umsicht walten lassen bei der Arbeit, bei Feiern und beim geselligen Beisammensein.
Wie gehen wir am besten mit Reiserückkehrern um?
Wenn sie sich an die Vorsichtsmaßnahmen halten: nicht anders, als mit anderen. Wenn jemand niest oder hustet, ist Vorsicht gefragt, egal ob er am Strand oder hierzulande auf einer Feier war. Wir leben in einer Pandemie, das Infektionsgeschehen ist nicht vorhersehbar.
Und wenn sich jemand nicht an die Quarantänebestimmungen hält?
Den würde ich freundlich und mit Mund-Nasen-Schutz bitten, nicht sich und andere zu gefährden.

Im Ticker: Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Landkreis Ebersberg

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