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Darum kommt die Mode nach Poing

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Geschäfsführer Daniel Schustermann (li.) und Kai Spallek, verantwortlich für die Immobilien des Unternehmens. foto: dz
Geschäfsführer Daniel Schustermann (li.) und Kai Spallek, verantwortlich für die Immobilien des Unternehmens. foto: dz

Poing - Exakt 90 Jahre nach seiner Gründung plant das Modeunternehmen Schustermann & Borenstein das größte Projekt in der Firmengeschichte. Südlich des S-Bahnhofs Grub (Gemeinde Poing) soll der neue Hauptsitz mit Versandhandel entstehen.

Die rund 400 Mitarbeiter, die derzeit für Schustermann & Borenstein

Lesen Sie hier die Reaktion des 2. Bürgermeisters aus Vaterstetten

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vor allem in der Zentrale an der Ingolstädter Straße in München und im Zentrallager in Aschheim beschäftigt sind, werden nach Grub umziehen. Das hat Geschäftsführer Daniel Schustermann am Freitag angekündigt. „Wir bleiben in Bayern und siedeln nicht, wie andere Firmen, nach Ostdeutschland um.“ Weil fast alle Mitarbeiter aus der Landeshauptstadt und der Region stammen, habe man sich dafür entschieden. „Unsere Mitarbeiter haben von uns die Zusage, dass wir im Raum München bleiben“, betont Schustermann. Alle rund 400 Beschäftigten sollen ihre Arbeitsplätze behalten können. Dazu könnten, bei gleichbleibendem Wachstum des Unternehmens, laut Geschäftsführer zwischen 50 und 70 neue Stellen hinzukommen.

Seit etwa vier Jahren ist das Modeunternehmen, das den Handel von Markenkleidung fast ausschließlich ohne Verkaufsläden und via Internet betreibt, auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die künftige Firmenzentrale. Seit geraumer Zeit schon laufen Gespräche mit der Gemeinde Poing. „Im Oktober 2012 hat Schustermann & Borenstein unserer Verwaltung und dem Gemeinderat den Betrieb und das Vorhaben vorgestellt“, berichtet Bürgermeister Albert Hingerl. Bis Donnerstagabend war die geplante Ansiedlung ausschließlich in nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzungen besprochen worden. Nun hat der Gemeinderat das Projekt öffentlich gemacht und den Startschuss gegeben für die Ausweisung des neuen Gewerbegebietes in Grub.

Dort wird eine rund 10,5 Hektar große Fläche (entspricht etwa 15 Fußballfelder), die derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, als Gewerbegebiet ausgewiesen. Eigentümer des Grundstücks ist der Freistaat Bayern, der das Gelände für die Landesanstalt für Landwirtschaft nutzt. Die Kaufverhandlungen mit dem Freistaat seien bereits weit gediehen.

Laut Bürgermeister Albert Hingerl dauert es etwa ein Jahr, bis die zuständigen Behörden grünes Licht für das neue Gewerbegebiet geben könnten und somit gebaut werden könnte. Gründe, die dagegen sprechen, sehen Hingerl und die Fraktionen im Gemeinderat nicht. „Diese Fläche ist ideal für ein Gewerbegebiet: nahe an der S-Bahn, nahe an der Autobahn, und keine Wohnbebauung ringsherum“, zählt Rainer Koch (SPD) auf. Genau dies seien die Gründe, warum sich sein Unternehmen für Poing entschieden habe, erläutert Geschäftsführer Schustermann. CSU-Fraktionssprecher Ludwig Berger sagte: „Wir begrüßen die Ansiedlung von verträglichem Gewerbe.“

Verträglich deshalb, weil es laut Verkehrsgutachter Harald Kurzak keine große Verkehrsbelastung für den Ort bringen werde. Seiner Untersuchung zufolge bedeute die Ansiedlung rund 300 Fahrzeuge (etwa 265 Autos der Mitarbeiter sowie 35 Lastwagen) pro Tag, die zur und von der Firmenzentrale weg fahren - fast ausschließlich über die A 94 und von dort über die Verbindungsstraße nach Grub. Einen zusätzlichen Kundenverkehr, wie er im Gewerbegebiet Parsdorf vorherrscht, werde es nicht geben.

„Hier wird definitiv kein Verkauf stattfinden“, so Schustermann. Dieser werde weiterhin in den bestehenden Filialen für ausgewählte Kunden angeboten.

Armin Rösl

Einen Kommentar zu diesem Thema finden Sie in der Pfingsausgabe der Ebersberger Zeitung vom 18. Mai.

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