Gebohrt wurde im Landkreis bereits, wie hier im Jahr 2008 in der Nordgemeinde Poing. foto: dz

Debatte um Geothermie wird wieder heiß

Vaterstetten - Die SPD will im Gemeinderat Vaterstetten Experten das zwischenzeitlich auf Eis gelegte Projekt erläutern lassen. Mal schauen.

Die Vaterstettner SPD will das Thema Geothermie im westlichen Landkreis Ebersberg wieder auf die Tagesordnung setzten. Die Genossen zeigen sich „positiv überrascht von der aktuellen Entwicklung“. Das Investoren-Konsortium um die Firma Daldrup will nämlich offenbar das zwischenzeitlich auf Eis gelegte Projekt nun doch weiterführen (wir berichteten).

„Wir haben eigentlich nicht mehr daran geglaubt, dass die Erdwärme in Vaterstetten noch genutzt werden wird“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD im Vaterstettener Gemeinderat, Josef Mittermeier. Kritisch ist die Position der SPD jedoch gegenüber aktuellen Äußerungen von Georg Reitsberger und Martin Wagner. Die ablehnende Haltung des ersten und zweiten Bürgermeisters bezüglich dieser neuen Entwicklung stößt bei den Sozialdemokraten auf völliges Unverständnis. „Ich verstehe nicht, warum ein im Jahr 2013 mit nur einer Gegenstimme beschlossenes Projekt nun völliger Unsinn sein soll“, so Mittermeier.

Auch die Äußerung von Bürgermeister Georg Reitsberger, dass die Geothermie momentan nicht nötig sei, und man ja noch Zeit hätte, sie irgendwann mal umzusetzen - sie halte ja bekanntlich 500 Jahre - könne die SPD-Fraktion nicht nachvollziehen. In Vaterstetten liege der Anteil erneuerbarer Energien im Bereich Strom und Wärme momentan lediglich bei zehn Prozent, so Mittermeier. Mit der Tiefengeothermie könne der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtbedarf in der Kommune deutlich nach oben gefahren werden.

Die SPD weist zudem darauf hin, dass der Beschluss für das Projekt aus dem Jahr 2013 nach wie vor gültig sei. Die Geothermie sei wesentlicher Bestandteil des EU-Bürgermeisterkonvents, den die Gemeinde Vaterstetten unterzeichnet habe. Auch im Klimaschutzkonzept, erstellt im Jahr 2013, werde auf die große Bedeutung der Geothermie hingewiesen. „Wir dürfen diese Möglichkeit nicht einfach vom Tisch wischen“, so Mittermeier.

Die SPD-Fraktion hat deshalb jetzt einen Antrag zur nächsten Gemeinderatssitzung gestellt. Darin wird gefordert, zur Oktobersitzung des Gremiums kompetente Vertreter des Projektpartners Geysir Europe GmbH einzuladen, die erläutern, wie das Geothermieprojekt in Vater-stetten umgesetzt werden könnte. „Wir sollten diese Jahrhundertchance nicht ignorieren und ernsthaft zusammen mit dem Investorenkonsortium die Umsetzungsmöglichkeiten prüfen“ begründet SPD-Fraktionsvorsitzender Josef Mittermeier den Antrag.

Hintergrund für das Einfrieren des Geothermieprojekts für die Gemeinden Vaterstetten, Zorneding und Grasbrunn war, dass der Investor keine Versicherung fand, die das Projekt absichern wollte. Hier scheint sich etwas getan zu haben.

Von Robert Langer

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