Ein Prosit auf die Gemütlichkeit: Helmut Englmann als „Fastenprediger auf dem Stockerberg“ in Landsham. Foto: dul

Derblecken auf dem Stockerberg

Pliening - Am Nockherberg ist es Tradition, in Landsham will es noch traditionell werden: Das Starkbierfest beim Stockerwirt. Eines haben beide Veranstaltungen schon gemeinsam: Beim Derblecken geht es den Promis an den Kragen.

„So ein bayerisches Starkbierfest ist wirklich praktisch. Da kann man alles loswerden, ohne das ‚wer‘ beleidigt ist. Dabei ist es sogar wichtig, dass man bei den sogenannten Wichtigen dabei ist. Weil sonst wär man nicht einmal bei den ‚Derbleckten‘ wichtig, also unwichtig!“

Mit diesen Worten startete am Samstag Helmut Englmann seine Fastenpredigt. Bereits zum achten Mal in Folge wurde auf Initiative des Veteranenvereins Lands-ham der Festsaal vom Gasthof Stocker zum „Stockerberg“ umfunktioniert. Und zum achten Mal in Folge war dieser bis zum letzten Platz mit „Landshamern und ein paar anderen Menschen“, wie sich der Prediger auszudrücken pflegt, ausverkauft.

Entsprechend locker war die Stimmung, als das Tiroler Duo „Edelraute“ mit dem Bassisten Helmut Englmann im Schlepptau einmarschierte. Letzterer spannte die Zuhörer nicht lange auf die Folter, er startete seine Predigt bereits nach wenigen Musikbeiträgen.

Eine Stunde lang machte sich der in Landsham lebende und auch dort aufgewachsene Helmut Englmann über allerlei Ereignisse lustig. „Der Ebenhöh weitet seine Kiesgruben bis an die Landshamer Dorfgrenze und dann bis nach Eicherloh aus“, mutmaßte Englmann sarkastisch, „der Damm vom Stausee wird dann bis Landsham verlängert und der ganze See nach Süden verschoben“.

Ausführlich widmete sich der Prediger den Festivitäten „1200 Jahre Pliening“. Mit großem Respekt bemerkte er, dass es Bürgermeister Georg Rittler gelang, neben den Ministerpräsidenten Horst Seehofer auch noch Kardinal Marx zur Auftaktveranstaltung nach Pliening zu holen. „Das verdient Applaus,“ sagte er. Nachdem fast keine Steigerung mehr möglich ist, werden vermutlich Bundespräsident Joachim Gauck und der neue Papst Franziskus beim historischen Festzug persönlich dabei sein.

Zum Jubiläum „1200 Jahre Pliening“ sei übrigens noch anzumerken, dass Landsham bedeutend älter sei als Pliening. „Beim Vergraben von Schwarzgeld im Garten ist der Straßmoar Hans (Johann Neumeier, Anm. der Red.) auf Reste vom römischen Limes gestoßen“, behauptete Englmann.

Lob gab es für die Entscheidung der Gemeinde, das Gelände der Brennerei Lands-ham zu kaufen, um dort einen Dorfplatz zu realisieren. „Mir haben jetzt in Landsham sieben gefestigte und angesehene Millionäre“, formulierte der Prediger seinen Seitenhieb auf die Landwirte der Brennereigenossenschaft. Ob auch noch ein Badesee dazukommt, sei noch fraglich, denkbar wäre auch eine unterirdische Verbindung zum Finsinger Weiher.

Helmut Englmann legte die Probleme der Gemeinde Pliening in den Ortsnamen. P = Planung Ortsentwicklung, L = leider lachen viele über Pliening, I = Ideen vom Seizl Stefan abschmettern, E = Edeka Ersatz jetzt schon planen, weil der nie fertig wird, N = Nutzungsänderung Bürgerhaus, I = Interessengemeinschaft 1200 Jahre gründen, N = Neuwirt aus und gar, G = geniale Umgehungsstraße um Pliening herum. Viele persönliche Anmerkungen zu besonderen Ereignissen kamen noch hinzu. dul

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