"Die Preise sind kein Thema mehr"

Poing - Im Poinger Seewinkel wird Wohnraum für etwa 1600 Menschen geschaffen. Mit 98 Häusern sind HI Bau und Terrafinanz die größten Investoren im Neubaugebiet. Prokurist Alfred Hollmann erklärt, warum so viele hierher wollen - und sich von den Preisen nicht abschrecken lassen.

Alfred Hollmann gibt zu: "Am Anfang, als wir mit der Vermarktung starteten, waren viele Interessenten geschockt." Nicht über die Häuser, die im Seewinkel gebaut werden, sondern über deren Preise. Insbesondere Menschen aus Poing hätten sich gewundert über die Preissteigerung im Vergleich zum Zauberwinkel, der vor etwa fünf Jahren an den Start ging. "Am Anfang kamen fast ausschließlich die Städter zu uns. Die kannten diese Preise ja schon aus München", erzählt der Prokurist von Terrafinanz, die zusammen mit der HI Wohnbau GmbH (beide aus München) im Seewinkel 98 Häuser baut und damit der größte Investor ist. 42 Doppelhäuser, 47 Reihenhäuser und 9 Hofhäuser. Die Preisspanne beträgt, je nach Größe und Lage, zwischen 581.000 und 841.500 Euro.

Laut Hollmann sind aktuell 50 Häuser verkauft, elf sind reserviert. "Die ersten Bewohner werden im Dezember einziehen", kündigt er an. Fast ausschließlich junge Familien mit Kindern. "Gerade für sie ist Poing ideal", urteilt der Prokurist und zählt auf: Wegen der guten Infrastruktur, der Nähe zu München, dem Flughafen und zu den Bergen, wegen der Natur und dem "sicheren, ruhigen Umfeld". Aus diesen Gründen würden viele Familien aus München die 18 Kilometer Richtung Osten, nach Poing, ziehen. Und sich dort ein Eigenheim leisten, weil: "Man will ja die Zukunft für seine Kinder sichern", sagt Alfred Hollmann. Preissteigerung hin oder her.

Im Vergleich zum Zauberwinkel ist der Grundstückspreis im Seewinkel in etwa doppelt so hoch. Vor fünf Jahren lag der Marktpreis bei gut 500 Euro pro Quadratmeter, heute pendelt er zwischen 900 und 1200 Euro. "In den Gemeinden rund um München wird viel zu wenig Bauland ausgewiesen, es werden viel zu wenige Häuser gebaut. Die Leute aber suchen danach, damit sie ihren Traum vom Eigenheim realisieren können", erläutert Hollmann. Die Nachfrage bestimmt den Markt - und die Preise. Der Terrafinanz-Prokurist formuliert es so: "Jeder will etwas von dem Kuchen abhaben." In den vergangenen Jahren hätten sich die Baukosten um 20 Prozent erhöht. Angesprochen auf die Grundstückspreise, streckt Hollmann seine linke Hand fast senkrecht nach oben: "Die gehen so hinauf."

Nach dem ersten Schock sei bei Interessenten der Preis heute kein Thema mehr, berichtet er. "Es geht nur noch um die Ausstattung der Häuser." Mittlerweile kämen auch immer mehr Poinger. Besonders jene, die beim Einheimischenmodell der Gemeinde nicht zum Zuge gekommen sind.

Armin Rösl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aufstand gegen Grafinger Ausstellung
Ist die aktuelle Grafinger Ausstellung zur Revolution in den Jahren 1918/19 rechtslastig? Diesen Vorwurf erhob in der jüngsten Stadtratssitzung das Bündnis für Grafing …
Aufstand gegen Grafinger Ausstellung
Ebersberg ist auf der Suche nach neuen Parkplätzen
Nicht nur in den Wochen der Schneeberge auf den Straßen drehen Autofahrer oft ein paar Extrarunden, bis sie im Zentrum der Kreisstadt einen Parkplatz gefunden haben. Das …
Ebersberg ist auf der Suche nach neuen Parkplätzen
Levin aus Ebersberg
Da strahlen sie, die glücklichen Eltern. Endlich ist Levin da, nach Ben das zweite Kind von Sabrina und Dominik Quinlan aus Ebersberg. Der Bub hat am 15. Januar in der …
Levin aus Ebersberg
Zwei Jobs und trotzdem obdachlos - Darum ist Astrid Lenz (55) kein Einzelfall
Vaterstetten/ Landkreis Ebersberg: Astrid Lenz hat zwei Jobs - trotzdem ist sie quasi obdachlos. Die 55-Jährige ist bei Weitem kein Einzelfall.
Zwei Jobs und trotzdem obdachlos - Darum ist Astrid Lenz (55) kein Einzelfall

Kommentare