Dienstwagen mit Startschwierigkeiten

Grafinig - 70 PS und eine Reichweite von 190 Kilometern: Ist das der neue Dienstwagen der Grafinger Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne)? Noch ist nichts beschlossen und in der jüngsten Stadtratssitzung war dieser Tagesordnungspunkt zwar mit Spannung erwartet, dann aber abgesetzt worden.

„Das ist alles noch sehr, sehr vage“, sagte die Bürgermeistern. Wie berichtet, hat die Stadt mit dem Dienstwagen des früheren Bürgermeisters Rudolf Heiler (FW) eine Altlast im Hof stehen. Der schwarze BMW, mit dem Heiler in die Dienstwagenaffäre geschlittert war, verursacht nach wie vor Kosten, obwohl keiner mehr mit ihm fahren will. Der Leasingvertrag mit der BMW-Bank läuft noch bis zum Mai 2015. Jährliche Kosten für den Steuerzahler hat Heilers Dienstwagen in Höhe von fast 6000 Euro verursacht - für Leasing, Sprit und Wartung zum Beispiel im Jahr 2013.

Obermayr brachte in dieser Situation eine Alternative ins Gespräch, von der nicht nur sie, sondern auch andere einen Vorteil hätten. Durch die Nutzung eines Fahrzeuges der Grafinger Autoteiler könnte sich die Stadt pro Jahr etwa 3400 Euro sparen im Vergleich zur Heiler-Variante. Das Gemeinschaftsfahrzeug würde bis 17 Uhr für die Nutzung der Stadt reserviert. Diese Zeit könnte im Bedarfsfall verlängert werden. Außerdem könnte der Wagen auch von anderen Bediensteten der Stadt benutzt werden, wenn ihn die Bürgermeisterin gerade nicht braucht.

Doch was wird jetzt aus dem Heiler-BMW? Die Stadt hatte einen Interessenten. Der ist aber wieder abgesprungen, als er nähere Informationen über das Fahrzeug erhielt. „Inzwischen gibt es aber Interessenten für den Leasing-Vertrag“, informierte Obermayr die Stadträte. Man habe auch mit BMW selbst reden können, so die Bürgermeisterin, um eine Lösung zu finden, möglichst elegant aus dem alten Vertrag herauszukommen. Obermayr berichtete, dass es inzwischen Gedankenspiele gebe, den alten Dienstwagen durch einen neuen I 3 zu ersetzen. Das ist ein Fahrzeug aus der Submarke BMW i, angetrieben von einem Elektromotor. Für Stadtfahrten wäre seine beschränkte Reichweite kaum von Bedeutung, „für die Stadt Grafing aber ein Zeichen“, wie Josef Wieser sen. (FW) meinte.

Welche Lösung es am Ende auch sein wird, der Parkplatz bleibt. Es ist der Stellplatz vor dem Rathaus, wo bislang das Fahrrad der neuen Bürgermeisterin geparkt wurde. (mps)

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