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Liebevoll gestaltet, bis ins letzte Detail: Dieter Lanzendorfer vor seiner Krippe. 

Krippe über fünf Etagen 

Ganz oben frohlocken die Engel

Es ist eine Wunderwelt auf fünf Ebenen, erhellt von kleinen Lämpchen und bis ins Detail liebevoll gestaltet. Die Krippe hat eine Kegelform.

Kirchseeon– Die Krippe hat eine Kegelform. Auf der größten Fläche unten sind Maria, Josef und das Jesuskind. Darüber, auf der nächsten Ebene, die Hirten, wieder eine Plattform höher Bauern und Handwerker, dann eine Szene mit Wild, Wald und Jägern. Ganz oben frohlocken die Engel. Im Mai hat Dieter Lanzendorfer aus Kirchseeon mit dem Bau begonnen. Fast jeden Tag war der gelernte Schreiner seitdem mit der Krippe beschäftigt, stets aber unterbrochen durch andere Projekte. Ein direktes Vorbild für die Krippe gibt es nicht. „Ich hatte einfach eine Idee und habe mir ausgedacht, was ich machen könnte“, erzählt der 79-Jährige. Auf einem großen Stück grauer Pappe machte er eine Skizze. Für die Beleuchtung verwendete Lanzendorfer LED-Technik. Das Grundgerüst ist aus dunkel gebeizter Fichte. Die Rückseite wurde mit Raufasertapete verkleidet, die Lazendofer dezent mit braunen und grünen Farbtönen eingelassen hat. Darüber echte Daxen. „Diese künstlichen Tannenzweige mag ich nicht“, meint er. Die Figuren hingegen sind aus Kunststoff. Mehrmals war es deshalb in München am Christkindlmarkt, erzählt seine Frau Karolina (76). „Immer wieder hat er noch etwas gebraucht.“ Geschnitzte Figuren wären Lanzendorfer lieber gewesen. „Aber die sind zu teuer.“ Selber Schnitzen könne er leider nicht, erzählt er mit Bedauern. Es gebe inzwischen zwar überall vorgefertigte Figuren-Rohlinge. Das entsprechende Werkzeug hat er in seiner gut ausgestatteten Werkstatt. Aber mit dem Bearbeiten der Feinheiten komme er nicht zurecht. „Ich habe es versucht.“

Ansonsten ist Lanzendorfger ein handwerkliches Mutitalent mit vielen Ideen. Für verschiedene Vereine hat er immer wieder für eine Tombola seine Basteleien gespendet. Viele seiner fröhlichen Schneemänner aus Holz stehen in Kirchseeoner Gärten. Auch seine Vogelhäuschen, die er schon mal zweistöckig baut, sind über den Markt verteilt. Auch wenn die Vereine seine Hilfe brauchen, bis hin zur Reparatur der traditionellen Perchten-Masken, ist der Schreiner dabei. „Er kennt sich überall aus und hat einfach alles, was man braucht, jedes Werkzeug, jede Schraube, jede Beilagscheibe und alles säuberlich sortiert“, so Vereins-Kartellchefin Gerda Rothhaupt. In seinem Garten stehen Interpretationen von Totenbrettern, wie sie im Bayerischen Wald üblich sind. Auf die dort verwendeten düsteren Totenköpfe verzichtet er allerdings , stattdessen gibt es rote Herzen.

Die Pyramide ist nicht die erste Krippe, die Lanzendorfer gebaut hat. Einige hat er aus Platzmangel schon verschenkt. Und was passiert mit seinem Schmuckstück? „Das hängt von meiner Frau ab“, sagt er. „Schön ist sie schon, ich rede ihm da nicht drein“, sagt Karolina Lanzendorfer. Und so wird die Krippe für den Sommer gut geschützt eingewickelt im Keller gelagert. Eine Krippe hängt bei Lanzendorfers das ganze Jahr über an der Wand. Die hat ihnen ihr Sohn geschenkt. Der hat das handwerkliche Geschick geerbt. Er hat einen alten Bauernhof im Bayerischen Wald gekauft und renoviert ihn als Feriendomizil für die Familie. Sein Vater hilft ihm dabei. „Ich kann nicht einfach dasitzen und nichts tun“, sagt der schmunzelnd.

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