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Diskussion um erkrankten Landrat entbrannt

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Landrat Gottlieb Fauth kehrt nach Angaben des Landratsamt in wenigen Tagen aus der Reha zurück. Foto: sro

Ebersberg - Die Erkrankung von Landrat Gottlieb Fauth (CSU) und die Frage, wie es mit der Führung des Ebersberger Landratsamtes weiter geht, war Thema der jüngsten Fraktionssprecherversammlung. Während sich die CSU zurückhält, drängen die anderen Fraktionen auf eine Entscheidung.

Waltraud Gruber, Sprecherin der Grünen im Kreistag, bestätigte am Sonntag Informationen der Ebersberger Zeitung, wonach im Kreise der Fraktionsführungen über die derzeitige Situation an der Landkreisspitze diskutiert worden sei. Fauth habe in den vergangenen Jahren seine Aufgaben als Landrat nur zeitweise und teilweise ausüben können. Vize-Landrat Walter Brilmayer (CSU) habe als sein Stellvertreter die Sitzungsleitung der Kreisgremien seit einem Jahr fast ausschließlich übernommen, „während Herr Fauth - sofern er im Landratsamt war - die Amtsleitung wahrnahm. Darunter hat der Kontakt des Landrats zum Kreistag und seinen Gremien sehr gelitten“, so Gruber auf Nachfrage der EZ. Die Aßlingerin betonte, dass Fauth schon seit Jahren ernsthaft erkrankt sei. Es zeige sich immer deutlicher, dass er sehr wahrscheinlich auch noch längerfristig erkrankt sei. Gruber: „Sein persönliches Schicksal berührt uns alle. Wir wünschen Herrn Gottlieb Fauth nach wie vor eine bestmögliche Genesung.“

Das Amt des Landrats erfordert nach Meinung von Gruber und dem stellvertretendem Fraktionssprecher Benedikt Mayer viel Konzentration, Kommunikationsfähigkeit und die volle Arbeitskraft. „Herr Gottlieb Fauth wird nach unserer Einschätzung dieser Aufgabe in absehbarer Zeit nicht gerecht werden können. Zudem dürfte das stressreiche Amt seiner Genesung entgegenwirken“, so die Grünen. Das Amt des Landrats könne nicht auf Dauer stellvertretend von Walter Brilmayer neben seinem Bürgermeisteramt übernommen werden. „Wir haben hohen Respekt vor seiner Leistung, die er trotz Doppelbelastung erbringt“. Aber so Gruber und Mayer weiter: „Der Landkreis braucht gerade im Hinblick auf die künftigen Aufgaben einen Landrat, der seine volle Arbeitskraft in den Dienst der Bevölkerung stellen kann. Wir halten das für dringend notwendig, eine Lösung zu finden.“

Unterstützt werden die Grünen in ihrer Forderung nach einer zeitnahen Entscheidung von den Freien Wählern (FW) und der SPD. FW-Fraktionssprecher Franz Finauer aus Anzing sagte der Ebersberger Zeitung, die „Riesenbelastung“ könne man Brilmayer auf Dauer nicht zumuten. Wenn Fauth dieser Tage aus der Reha zurückkomme, müsse eine Entscheidung getroffen werden. Scheide Fauth aus, seien möglichst rasch Neuwahlen anzusetzen. SPD-Fraktionssprecher Albert Hingerl sagte: „Wir warten auf eine Erklärung von Gottlieb Fauth und werden dieser nicht vorgreifen“. Klar sei allerdings, dass nun, da die Debatte öffentlich geführt werde, schnell entschieden werden müsse.

CSU-Fraktionssprecher Martin Wagner aus Vaterstetten meinte, seine Fraktion werde sich zur momentanen Situation nicht äußern. Noch sei Fauth in Reha. Nun gelte es deren Ergebnis abzuwarten.

Von Michael Acker

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