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„Man kann auch dann noch funken, wenn das Handy-Guthaben längst aufgebraucht ist.“
Markus Boehm, Jugendreferent beim Vaterstettener Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs
„Man kann auch dann noch funken, wenn das Handy-Guthaben längst aufgebraucht ist.“ Markus Boehm, Jugendreferent beim Vaterstettener Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs

Vaterstetten - Kontakt über alle Ländergrenzen hinweg und das ohne für sonst möglicherweise teure Auslandsgespräche zu bezahlen? Das geht mit Funk. Und das ist eine ganz spezielle, faszinierende Technik.

Im AWO-Jugendzentrum gibt es seit Neuestem ein weiteres Angebot für technikbegeisterte Kinder und Jugendliche: Nach den Gruppen „Druse für Kids“, „Elektronik für Kids“ und „Microcontroller für Kids“ heißt es nun zweimal im Monat auch noch „Amateurfunk für Kids“.

Markus Boehm ist Jugendreferent beim Vaterstettener Ortsverband des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC). Die Jugendarbeit ist für die Amateurfunker ein wichtiges Element, das sogar in ihrer Satzung festgeschrieben ist.

„Amateurfunk ist ideal für Technikfans, bietet aber auch eine sportliche Komponente durch Wettbewerbe wie zum Beispiel unsere Fuchsjagden“, erzählt Boehm. „Wir vermitteln Kenntnisse in der Geographie, aber auch soziale Werte: Kein Amateurfunker haut einen anderen übers Ohr.“

Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker möchte Jugendlichen, die heute ganz selbstverständlich mit dem Handy aufwachsen, zeigen, dass es auch anders geht: „Man kann auch dann noch funken, wenn das Handy-Guthaben längst aufgebraucht ist“, schmunzelt er.

Aber auch im Amateurfunk wird heutzutage mit Computer und Internet gearbeitet. Unter dem Motto „Unser Nachbar ist die Welt“ vermitteln Boehm und sein Kollege Hermann Sigl den Kindern Wissenswertes aus Praxis und Theorie: Jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es „Betrieb“, da dürfen die Jugendlichen selbst funken und sich unter dem Ausbildungsrufzeichen DN2VA mit anderen Funkern unterhalten.

Immer am dritten Mittwoch des Monats wird das nötige Hintergrundwissen vermittelt, etwa zur Antennenkunde. Wer dann Lust hat, selbst die Lizenz zum Amateurfunker zu erwerben, bekommt im Kurs auch Unterstützung, um die nötige Prüfung mit ihren tausend Technik- und 350 Gesetzesfragen bestehen zu können.

Eine Mitgliedschaft im DARC ist dabei allerdings kein Muss: „In erster Linie wollen wir die Jugendlichen an das Thema heranführen“, erklärt Boehm. Jeder könne sich selbst einbringen und auch eigene Ideen verwirklichen.

Boehm hat sich schon immer für Jugendarbeit engagiert und leitet auch die anderen Technik-Gruppen im Jugendzentrum. „Ich bin jetzt knapp 50, ich will einfach etwas beitragen für die Gesellschaft“, begründet er kurz seine Motivation. Schon 2005 gründete er die Gruppe „Druse für Kids“, ein Jahr später folgte die Elektronik-Bastelgruppe und im vergangenen Jahr begannen die Fortgeschrittenen, sich mit Microcontrollern zu beschäftigen.

Alle Kurse finden im Jugendzentrum statt: „Wir haben hier ideale Bedingungen und eine hervorragend eingerichtete Werkstatt.“ Die neue Amateurfunkgruppe richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren und findet jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat statt, jeweils von 16 bis 17 Uhr.

Von Susanne Edelmann

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