In Purfing ist der Widerstand gegen den geplanten Windpark im Forst deutlich sichtbar. Foto: Stefan Rossmann

Ein Dorf in der Windrad-Zange

Vaterstetten - Ein Dorf, umgeben von Windrädern: Dieses Szenario wird für den Vaterstettener Ortsteil Purfing ein Stück wahrscheinlicher. Die Planungen für den Windpark im Forst im Osten des Ortes schreiten voran. Und jetzt rückt auch ein Standort im Westen von Purfing ins Blickfeld

Die Initiative geht von den Grünen aus. Sie wollen, das die Gemeinde einen „Immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsantrag“ für eine Windenergieanlage beantragt und bis zum 30. Juni im Landratsamt Ebersberg einreicht. Standort: Ein Grundstück im Waldgelände „Parsdorfer Hart“, westlich von Purfing, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Die Grünen sprechen von einem „kommunalen Windrad“. Ihr Argument: „Wir sollten uns nicht mit der Gewerbesteuer zufrieden geben, wenn wir als Gemeinde uns selbst am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen können.“ Man soll ein Windrad „für die Bürger bauen und nicht für die Investoren“, betonte Günther Glier (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Grundsätzliche Kritik an einem Standort Parsdorfer Hart gab es im Rat kaum. Nur Bürgermeister Robert Niederghesäß (CSU) verwies auf Grünen-Kreisrat und Sprecher der Grünen, Max Maier, der sich gegen eine Zange ausgesprochen hatte. Vizebürgermeister Martin Wagner meinte: „Ich finde den Antrag als solchen sehr sympatisch.“ Man dürfe jedoch jetzt keinen „Abwägungsfehler“ machen. schließlich sei die Gemeindegerade dabei, Konzentrationsflächen für Windenergie auszuweisen.

Sowohl Grüne als auch Sozialdemokraten wollen verhindern, dass ein anderer Investor am Standort eine Anlage errichtet. Josef Mittermeier (SPD) schlug vor, den Antrag zwar beim Landratsamt einzureichen, ihn jedoch dann zurückstellen zu lassen. Das ist aus Sicht von Gemeindebaurätin Brigitte Littke aber nicht möglich. Und CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler meinte: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht ins Knie schießen und uns mit Tricks ein Bein stellen.“ Zudem betonte Niebler: „Ich bin immer dafür, Beschlüsse einzuhalten, vor allem dann wenn sie erst zwei Minuten alt sind“. Kurz zuvor hatte nämlich der Gemeinderat einstimmig beschlossen, erst nach dem Vorliegen der Ergebnisse der einjährigen Windmessung am Standort des geplanten Windparks im Forst eine Entscheidung zu treffen, ob die Gemeinde Vaterstetten selbst Windräder auf eigenen Grundstücken betreiben will.

Von Robert Langer

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