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Doris Rauscher

Drei Fragen an Doris Rauscher

„Es fühlt sich fast an wie eine Amputation“

  • Christoph Hollender
    vonChristoph Hollender
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Einer neuesten Umfrage (BR-BayernTrend) zufolge rutscht die SPD in Bayern nochmals ab und kommt auf neun Prozent. Was sagt die Ebersberger SPD-Abgeordnete dazu?

Bei der Landtagswahl im Oktober sorgten 9,7 Prozent dafür, dass sich die Landtagsfraktion fast halbierte. Doris Rauscher aus Ebersberg zog nach langem Zittern wieder ins Maximilianeum ein und wurde zur Vorsitzenden des Sozialausschusses gewählt.

Nach dem Dämpfer der Partei bei der Landtagswahl und der noch schlechteren neuesten Umfrage: Macht es noch Spaß SPD-Abgeordnete zu sein?

Die Frage habe ich in letzter Zeit häufiger gestellt bekommen. Und die Frage kann man sich stellen. Ja, es macht noch Spaß, auch wenn es am Wahlabend ein ziemlicher Knick war. Spaß darf man aber nicht nur an der Stärke einer Partei oder der Größe einer Fraktion festmachen. Ich bin motiviert, weiter für meine Ziele zu kämpfen, weil Sozialpolitik in Bayern immens wichtig ist. Es nützt nichts, mit jeder Umfrage die eigene Arbeit komplett infrage zu stellen, wenn es nicht gut läuft. Ich persönlich habe nach der Landtagswahl unglaublich viele positive Rückmeldung bekommen. Das stimmt mich zuversichtlich.

Bayerntrend: Eine Oppositionspartei ist der große Gewinner

Die Fraktion hat sich nach der Wahl im Oktober fast halbiert. Haben Sie und Ihre Kollegen sich wieder gefangen?

Es hat einige Wochen gedauert, bis wir uns mit der Lage abfinden konnten. Es war eine erdrutschartige Verkleinerung; wenn nur noch etwas mehr als die Hälfte der Abgeordneten in der Fraktionssitzung sind, fühlt es sich fast an wie eine Amputation. Die erste Zeit war mit starker Selbstkritik und mit Vorwürfen verbunden. Ich persönlich habe versucht, Grabenkämpfe zu vermeiden.

Was wollen Sie als Vorsitzende des Sozialausschusses als Erstes angreifen?

Wir wollen ein neues Gesetz, das sogenannte Tariftreue- und Vergabegesetz einbringen. Darin geht es um öffentliche Aufträge. Der Staat soll nur Aufträge an Firmen vergeben – von der Putzfirma bis hin zum Handwerker –, die sich an eine tarifliche Bezahlung halten. Das passiert bisher nicht immer. Es wird eine Kooperation des Sozial- und Wirtschaftsausschusses sein. Die Freien Wähler haben dies in ihrem Wahlkampf ebenfalls gefordert.

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