Drei Bürgermeister, zwölf Varianten

Ebersberg - Bei einem gemeinsamen Gespräch mit Verantwortlichen des Rosenheimer Straßenbauamts sind den drei Landkreis-Bürgermeistern Walter Brilmayer (Ebersberg), Udo Ockel (Kirchseeon) und Arnold Schmidt (Forstinning) zwölf Varianten einer Nord-Süd-Umgehung der Kreisstadt und einer Umfahrung der Forstinninger Gemeindeteile Schwaberwegen und Moos vorgestellt worden.

Diese Trassen, die im Osten und im Westen Ebersbergs sowie im Tunnel durch die Stadt verlaufen, würden jetzt einzeln geprüft, ihre Vor- und Nachteile dann im Herbst öffentlich vorgestellt, so die Rathauschefs gestern gegenüber der EZ.

Brilmayer sagte, das Straßenbauamt habe zugesichert, alle Varianten "vorurteilsfrei" zu prüfen. Dabei sei die Ebersberger Umgehung "unter Einbeziehung von Schwaberwegen" zu bewerten. Brilmayer reagierte damit auf Berichte, die Rosenheimer Behörde habe sich bereits auf eine Lösung im Osten bei dem Weiler Mailing festgelegt.

Kirchseeons Bürgermeister Udo Ockel sagte, eine Umfahrung Ebersbergs in Nord-Süd-Richtung würde die Situation in seiner Marktgemeinde mit Sicherheit nicht verschlechern. Würde diese Umfahrung im Westen der Kreisstadt durch den Ebersberger Forst verlaufen, "würde Kirchseeon sicherlich eine Entlastung vom Verkehr" erfahren.

Eine westliche Umfahrung Ebersbergs favorisiert auch Forstinnings Bürgermeister Arnold Schmidt, da er sich davon eine einfachere Anbindung der Schwaberwegener Lösung verspricht. Er spielte auf eine mögliche Umgehung Ebersbergs an, die auf der bestehenden Schotterpiste durch den Forst verläuft und bei Anzing herauskommt. Hintergrund: Die Forstinninger lehnen eine östliche und eine ortsnahe, westliche Umfahrung Schwaberwegens ab. Bürgermeister Schmidt: "Damit würden wir die Lärmprobleme nur auf andere Menschen verlagern."

Unterdessen wächst in Ebersberg der Widerstand gegen eine östliche Umgehungsstraße durch die Endmoränenlandschaft. "Jetzt haben wir den Süden der Stadt mit einer Umgehungssraße zerschnitten, da darf im Osten nicht das nächste Naherholungsgebiet geopfert werden", heißt es aus der SPD. Ähnlich gestaltet sich das Stimmungsbild bei den Freien Wählern. Jedenfalls haben sich drei von vier ihrer Stadträte in die Unterschriftenliste gegen eine Ostumgehung eingetragen. Als einzige hatten die Grünen ihren entschiedenen Widerstand gegen ortsnahe Umgehungsstraße schon vor der Kommunalwahl 2008 kundgetan.

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