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Klares Nein zu Bahnhof in Oberndorf: Doch Ebersberg gibt nicht auf

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Von: Peter Kees

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Der Filzenexpress auf seinem Weg nach Wasserburg. Die Strecke soll elektrifiziert werden.
Der Filzenexpress auf seinem Weg nach Wasserburg. Die Strecke soll elektrifiziert werden. © Peter Kees

Trotz Absage der Eisenbahngesellschaft wollen die Ebersberger Stadträte die Pläne für neuen Halt nicht zu den Akten legen.

Ebersberg – Die Ebersberger CSU/FDP-Stadtratsfraktion hatte im März dieses Jahres einen Antrag zur Errichtung einer Bahn-Haltestelle im Ortsteil Oberndorf gestellt, dem alle anderen Fraktionen folgten. Daraufhin wurde die Verwaltung tätig und fragte bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft nach. Von dort ist nun eine Ablehnung gekommen.

Man bitte um Verständnis, „dass wir den neuen Halt Oberndorf nicht in Aussicht stellen können,“ heißt es in dem Antwortschreiben, dessen Inhalt nun im Technischen Ausschuss bekannt gegeben wurde. Begründet wird die Ablehnung mit dem Ergebnis einer Untersuchung für die Strecke Grafing-Bahnhof – Ebersberg – Wasserburg (inklusive Elektrifizierung) im Rahmen des Programms „Bahnausbau Region München“ der Staatsregierung.

Absage für Stadträte nicht nachvollziehbar

„Das Ergebnis aller Untersuchungsvarianten war, dass die Fahrzeit zwischen Grafing-Bahnhof und Wasserburg sehr knapp ist. Für eine Regional-S-Bahn nach Wasserburg ist eine Verkürzung der Fahrzeiten erforderlich. Da durch einen zusätzlichen Halt in Oberndorf jedoch eine Verlängerung der Fahrzeiten entstehen würde, besteht in fahrplantechnischer Hinsicht leider keinerlei Spielraum für zusätzliche Stationen an der Strecke“, heißt es in dem Schreiben.

Die Stadträte zeigten sich ob dieser Absage wenig begeistert. Wie Alexander Gressierer (CSU) deutlich machte, halten die Antragsteller weiter an ihrem Ansinnen fest: „In Zeiten, in denen immer mehr Wert auf den öffentlichen Verkehr gelegt wird, ist diese Ablehnung nicht nachvollziehbar. Wir halten eine Station in Oberndorf für notwendig und halten deshalb auch an unserem Antrag fest.“

Einstimmiger Beschluss zur Weiterverfolgung

Auf offene Ohren stieß er damit bei seinen Ratskollegen, in allen Fraktionen. „Mir ist die Antwort zu kurz, gerade in Zeiten der Verkehrswende,“ betonte etwa Jürgen Friedrichs von den Grünen. Auch wenn Bauamtsleiter Christian Stöhr darauf hinwies, dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft aufgrund ihrer getroffenen Aussagen wohl kaum in das Projekt investieren werde, und deshalb die Stadt für die notwendigen Untersuchungen zu solch eine Station in Vorleistung treten müsste, verbunden mit „dem sehr hohen Risiko, dass die bahnseitige Sichtweise aufrechterhalten bleibt“ – der Beschluss, die Sache weiter zu verfolgen, wurde gefasst. Einstimmig.

Gerd Otter (Pro Ebersberg) machte schließlich noch darauf aufmerksam, dass die angedeutete Absicht, die Fahrzeiten zu verkürzen, womöglich bedeuten könnte, dass sogar bestehende Haltepunkte geschlossen werden sollen.

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