Auf der grünen Fläche südlich der Autostadt will das Unternehmen weitere Fahrzeuge ausstellen. Foto: Stefan Rossmann

Debatte im Stadtrat

Ebersberg bangt um Bergpanorama

Ebersberg - Ein Autohaus im Norden der Kreisstadt möchte erweitern - die Stadträte wollen die Sichtachse nach Süden erhalten. Ebersberg bangt um sein Bergpanorama.

Es ist wie ein Aufatmen: Dem Autofahrer, der den Ebersberger Forst aus Forstinning kommend Richtung Süden durchquert hat, eröffnet sich ein weiter Blick über die in der Senke liegende Kreisstadt, je nach Wetterlage samt Alpenpanorama im Hintergrund. Um diesen Blick bangt der Stadtrat, der in seiner Sitzung am Dienstagabend ein Ausbauvorhaben der Ebersberger Autostadt behandelt hat.

Es geht um das im Süden, also in Richtung Stadt, an die bisherige Fläche des Autohändlers anschließende Grundstück. Auf diesem möchte das Autohaus in Zukunft seine Fahrzeuge ausstellen. Zu erreichen soll die Parkfläche über eine neue Zufahrt von der Schwabener Straße aus sein. Die Kosten für diese Zufahrt würde allein das Unternehmen tragen. Das Autohaus möchte auf dem Erweiterungsgrundstück kein Gebäude errichten, sondern es ausschließlich als Parkplatz und Ausstellungsfläche nutzen.

Grundsätzlich ist die Fläche bereits im bestehenden Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet vorgesehen. Doch die Räte waren nicht ausnahmslos begeistert von den Erweiterungsplänen. Zwar betonte Josef Riedl (CSU), dass man dem Autohaus keinen Knüppel zwischen die Beine werfen solle: „Ich bin ja froh, wenn ein Geschäft so gut geht, Gewerbesteuer zahlt und Arbeitsplätze schafft“, sagte er.

Allerdings befürchtete Doris Rauscher (SPD), eine „versperrte Blickbeziehung“ gen Süden, auch wenn zwar keine Gebäude, dafür aber Reih an Reih geparkte Fahrzeuge die Aussicht verstellen. Auch Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) erinnerte sich, dass dem Stadtrat in vorangegangenen Planungen das Panorama am Ortseingang stets heilig war: „Es ging uns immer um den Blick auf die Berge“, sagte er.

Noch kritischer äußerte sich Hans Hilger (Freie Wähler). Er unterstellte dem Vorhaben eine „Salamitaktik“: „Jetzt ist das Grundstück abgesenkt und damit der Blick frei. Wenn nun eine neue Zufahrt genehmigt wird, muss diese aufgeschüttet werden. Dann geht es in die Höhe und der Blick irgendwann dahin.“ Auch Hans Mühlfenzl (SPD) sprach skeptisch von einer zerstörten „Sichtachse nach Süden“. Zudem vermutete er Verkehrsprobleme durch die zusätzliche Straßenkreuzung, und das in einem Bereich „mit ohnehin schon schwieriger Abbiegesituation“.

Letztlich wollten die Räte dem Autohaus, wie Riedl es ausdrückte, „keine zusätzlichen Schwierigkeiten für die Präsentation seiner Autos“ bereiten. Aber sie versuchten gleichzeitig, die Sicht nach Süden über die Stadt bis hin zu den Bergen zu sichern.

Sie winkten das Vorhaben zwar durch, hielten aber an einem dreieckigen Korridor im straßennahen Bereich fest, in dem die Sichtachse nicht verbaut werden darf. Das Grundstück soll im Flächennutzungsplan im hinteren Teil als Sondergebiet „Autohaus mit Zufahrt“ und im straßennahen Teil als Sondergebiet „Parkplatz“ umstrukturiert werden. Fixiert wurde, dass ohne neuerliche Genehmigung keine Bauten - und dazu zählen auch Fahnenmasten und Werbeschilder - möglich sind. Diese fünfte Änderung des Flächennutzungsplans wird nun öffentlich zugänglich ausgelegt.

Uta Künkler

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