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Handschuhe und Mund-Nasen-Maske: Die Friseure im Landkreis bereiten sich auf den Neustart am Montag vor.

Haare schneiden nur mit Termine

Am Montag öffnen Friseure: Wartezeiten und Preisaufschläge möglich

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Am Montag dürfen Friseure ihre Geschäfte wieder öffnen. Schon jetzt ist eines klar: Es wird Wartezeiten geben.

Landkreis – „Ein positives Gefühl in einer schwierigen Zeit“, sagt Johannes Wurfbaum, Friseur in Steinhöring. Damit wirbt er für einen Besuch von Kunden bei den Haarspezialisten. Ein neuer Look könne gerade in der aktuellen Situation in der Corona-Krise guttun. Gerade im Frühling biete sich die Gelegenheit, einen positiven Akzent zu setzen.

Ab Montag dürfen Friseurbetriebe wieder öffnen

Ab Montag, 4. Mai, dürfen Friseurbetriebe wieder öffnen – unter strengen Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung, wie es im Beschluss der Regierungschefs der Länder heißt. Damit sich Friseursalons auf diese Eröffnung vorbereiten können, hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) einen Branchenstandard für Betriebe entwickelt.

Landkreis-Innungsmeister der Friseure, Richard Schmaus (Grafing) erklärt auf EZ-Anfrage: „Wir haben die Vorgaben. Wir werden Schutzmasken für die Kunden und die Mitarbeiter zur Verfügung stellen.“ Das Personal werde sich ständig die Hände waschen. Laufkundschaft könne es zunächst nicht geben. „Also einfach zum Haareschneiden vorbeikommen, geht nicht.“ Termine sollten telefonisch oder über die Internetseiten der Betriebe vereinbart werden. „Aber wir schaffen das.“

Kunden müssen jedoch Geduld mitbringen

Kundinnen und Kunden müssen jedoch Geduld mitbringen, Wartezeiten könnte es geben. Das gelte sowohl für kleinere Betriebe, als auch für Salons mit mehreren Filialen. Schmaus weist auch darauf hin, dass es in der Branche Preisaufschläge geben könnte. Das sei nicht nur in der aktuellen Situation möglich, sondern auch in der Kalkulation der kommenden Monate.

Über die Einzelheiten der Wiedereröffnung müsse jeder Betrieb selbst entscheiden. Bei den Mitarbeitern sollte die familiäre Situation berücksichtigt werden. Es gehe dabei auch um die Bedürfnisse der Kinder, die nicht in die Schule gehen könnten, weil kein Unterricht stattfinde und der Nachwuchs zuhause betreut werden müsse. Da seien die Eltern eingebunden. Durch die Regelungen der Kurzarbeit und die damit verbundene Absicherung hätte man derzeit noch keine Mitarbeiter entlassen müssen. „Zumindest habe ich noch nichts anderes gehört“, so Schmaus.

Richtlinien umsetzen: „kein Wartebereich, keine Zeitungen“

„Wir werden die Vorgaben so umsetzen, wie die Richtlinie sind“, betont Wurfbauer aus Steinhöring. „Kein Wartebereich, keine Zeitungen.“ Üblicherweise seien gerade beim Friseur die sozialen Kontakte und die Gespräche ganz wichtig. Das werde es in dieser Form zumindest in nächster Zeit nicht geben. Die Regeln könnten eingehalten werden. „Wir haben sechs Arbeitsplätze auf rund 110 Quadratmetern. Das hatten wir schon vor Corona so eingerichtet“, erklärt Wurfbaum.

Im Salon von Vanessa Auer in Grafing wurde erst kürzlich umgebaut. „Daher haben wir genügend Platz.“ Um die notwendige Distanz zu dem Kunden einzuhalten, werde über die Spiegel beraten. „Das wirkt etwas unpersönlich, aber es geht nicht anders.“ Ständiges Händewaschen und Schutzmasken für das Personal sei obligatorisch. Früher schon vor der Krise vereinbarte Termine würden umgeplant.

Geänderte Öffnungszeiten bei Georg Empl in Glonn: an Werktagen von 7 bis 21 Uhr

Wenn die Lockerung umgesetzt ist, wird der Service in den Salons von Georg Empl in Glonn zunächst mit geänderten Öffnungszeiten angeboten, an Werktagen von 7 bis 21 Uhr. Heißt zwei Schichten für das Personal. Aufgemacht werden soll wie bei vielen anderen Betrieben im Landkreis auch bereits am 4. Mai, einem Montag. Üblicherweise haben Friseure am ersten Tag der Woche geschlossen. „Wir sind gut vorbereitet“, so Empl. In jeder Krise stecke auch eine Chance, sagt er. „Das ist jetzt ein Aufbruch.“

In der Brache heißt es übrigens, dass für Frauen Kurzhaarfrisuren im Trend lägen. „Der Frühling ist eine Zeit der Erneuerung“, meint Vanessa Auer. „Gerade jetzt.“

Wer bis zum Montag nicht warten kann: Friseurmeister Georg Empl aus Glonn hat Tipps für Pony und Co

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