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Sportwetten sind beliebt. In Ebersberg werden sie nicht stattfinden - jedenfalls nicht in einem Wettbüro.

Klare Absage

Ebersberg will kein Wettbüro in der Stadt

Die Ebersberger Stadtväter haben dem Antrag, in der Innenstadt ein Geschäft für Sportwetten zu eröffnen, eine klare Absage erteilt.

Ebersberg – Die Kreisstadt und das Gewerbe: Das ist eine Geschichte, in der es schon bessere Kapitel gab. In jüngster Zeit sind nicht nur alteingesessene Unternehmen abgewandert wie der Leuchtenhersteller „Dr. Mach“. Auch haben sich die Ebersberger längst an das Bild von leer stehenden Läden gewöhnt. So beispielsweise in direkter Nachbarschaft zum E-EinZ zwischen Einkaufszentrum und Sparkasse oder an der Ulrichstraße, wo vor einigen Monaten ein Handarbeitsgeschäft und ein Reisebüro aufgegeben haben.

Parteien einig: Brauchen mehr Gewerbe

Die negative Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen sprechen dieselbe Sprache, sie spülen längst nicht so viel Geld in die Kasse wie es wünschenswert wäre. Nicht nur wegen des beginnenden Wahlkampfs betonen darum die Parteien unisono: Wir brauchen mehr Gewerbe, müssen attraktiver für die Geschäftswelt werden!

Rathaus will mitreden

Aber nicht um jeden Preis, wie in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Stadtrats deutlich zu erleben war. Trotz aller Bedrängnisse machen die Ebersberger sich nicht für alle Gewerbetreibenden krumm, im Sinne einer langfristig wertvollen Stadtentwicklung versucht man im Rathaus mitzureden, wer in die leeren Räume innerhalb der Stadtgrenzen zieht.

Es war eine Anfrage ins Rathaus geflattert, dass an der Ulrichstraße ein Wettbüro aufgemacht werden sollte. Montags bis sonntags von 10 bis 23 Uhr sollten dort Sportereignisse live übertragen und Sportwetten angenommen werden, dazu an einer Theke alkoholfreie Getränke gereicht werden.

Bauamt findet Ablehnungsgrund

 „Nicht mit uns“, war sinngemäß die Reaktion von Stadtverwaltung und Stadtrat. Man suchte nach einer wasserdichten Begründung für die Ablehnung. Schließlich wurde das Bauamt fündig: Dadurch, dass Getränke verkauft und Fußballspiele übertragen werden sollen, würden die Kunden zum geselligen Beisammensein animiert. Und das Wettbüro verlöre den Charakter eines Ladengeschäfts. Letzteres wäre in dem Mischgebiet zulässig. So aber nicht eine Vergnügungsstätte, wie beantragt.

Brilmayer: Nur der erste Schritt

 „Das ist jetzt der erste Schritt“, sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der Sitzung. Wenn Landratsamt und Antragsteller die rechtliche Lage anders interpretieren sollten, könnte die Stadt immer noch eine Änderungssperre erlassen, stellte er in Aussicht.

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Klar ist: Ein Wettbüro will Ebersberg nicht. Dann lieber noch leer stehende Läden, die fallen bald ohnehin keinem mehr auf.

Uta Künkler

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