Wasserstofftankstelle
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Der Landkreis Ebersberg will bei der Wasserstofftechnik Vorreiter weeden.

Wasserstoff soll die Wende beim Kampf gegen Klimawandel bringen

Landkreis Ebersberg will Pilotprojekt - Es geht um 20 Millionen Euro

Wer die Energiewende und den Klimaschutz im Landkreis Ebersberg vorantreiben will, muss auch der Individualverkehr in den Blick nehmen.

Landkreis – „Der Landkreis ist hier bereits sehr aktiv“, bestätigt Landrat Robert Niedergesäß. „Im Vergleich zu 2013 wird sich bis einschließlich 2020 das Busangebot um rund 33 Prozent erhöht haben. Geplant ist mittelfristig sogar ein attraktives 24/7-Busangebot.“ Das Radwegekonzept 2030 und die Zertifizierung als Fahrradfreundlicher Landkreis, das modellhafte Carsharing-Angebot und das E-Mobilitätskonzept seien weitere Mosaiksteine einer „gesamtheitlichen Verkehrswende“, so der Landrat.

Grüner Wasserstoff für Busse und Lastwagen

Jetzt möchte er auch den „grünen“ Wasserstoff als umweltfreundliche Antriebsform im Kreis voranbringen, im ersten Schritt zunächst für Busse und Lkw.

Gemeinsam mit den Landkreisen München und Landshut bewirbt sich Ebersberg um das Förderprogramm „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ des Bundesverkehrsministeriums.

Thema kommt im Umweltausschuss auf den Tisch

„Die Idee ist bestechend und bei Erfolg ein Meilenstein im Klimaschutz. Besonders im öffentlichen Nahverkehr und Fernlastverkehr, aber letztendlich auch bei jeder Autofahrt, wäre das ein Riesenfortschritt bei der Vermeidung von CO2“, so Niedergesäß. Dem zuständigen Umweltausschuss des Kreistages werde das Thema am kommenden Donnerstag vorgestellt. Am Konzept der in der Ausschreibung sogenannten HyPerformer arbeiten derzeit mehrere Unternehmen aus den drei Landkreisen. Wäre die Bewerbung erfolgreich, würden die Fördermittel direkt an sie gehen. Insgesamt stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung. Sie werden vermutlich auf zwei Projekte in Deutschland verteilt. Die Landkreise wären als assoziierte Partner eingebunden.

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Die gesamte Wertschöpfungskette abdecken

Von der Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien über die Verteilung des Treibstoffes und seinen Verbrauch muss das Konzept die gesamte Wertschöpfungskette abdecken. Das ist durch die Kooperation der Landkreise gewährleistet. So würde der „grüne“ Wasserstoff zum Beispiel mittels Sonnenenergie von Anlagen aus dem Landkreis Ebersberg und Wasserkraft aus dem Landkreis Landshut erzeugt. Schon jetzt zeigten potenzielle Abnehmer wie Busunternehmen und Speditionen Interesse.

„Gemeinsam könnten wir die Region zum Leuchtturmstandort für die fortschrittliche und zukunftweisende Herstellung und Nutzung von ,grünem’ Wasserstoff weiterentwickeln“, erklärt der Landrat. Alle Beteiligten arbeiten im Moment mit Hochdruck an der Bewerbung, die bis Ende September eingereicht werden muss.  ez

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