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Der Ebersberger Forst ist ein besonders geschütztes Gebiet. Sollen hier fünf Windräder gebaut werden. Diese Frage entzweit den Landkreis.

Beschluss im Umweltausschuss des Kreistags

Fünf Windräder im Forst: Bürgerentscheid wird wahrscheinlicher

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Die fünf Windräder im Ebersberger Forst werden wahrscheinlicher. Und auch der landkreisweite Bürgerentscheid zu dem Thema.

Landkreis – Grundsätzlich ist der Umweltausschuss des Kreistags mit breiter Mehrheit für maximal fünf Windräder im Ebersberger Forst. Dazu sollen aber alle Gesichtspunkte abgewägt werden. Und: Mit einer knappen Mehrheit stimmte der Ausschuss für einen Vorbehalt, nämlich die Zustimmung der Bevölkerung. Heißt: ein landkreisweiter Bürgerentscheid.

Kreistag entscheidet am 27. Januar

Wann dieser stattfinden könnte ist ebenso noch unklar wie die genaue Fragestellung. Der Beschluss des Ausschusses ist eine Empfehlung an den Kreistag, der sich am Montag, 27. Januar, mit dem Thema beschäftigen wird.

Verantwortung für nächste Generation

Mehrmals wurde der Beschlussvorschlag in der Sitzung umformuliert. Zudem gab es auf Antrag des CSU eine Unterbrechung der Debatte zu internen Beratungen. Die Diskussion war teilweise sehr emotional. So betonte Martin Lechner (CSU) die Notwendigkeit der Energiewende, die Verantwortung für die kommenden Generationen und verwies auf seine eigenen Kinder. Er war jedoch skeptisch, ob es bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit für die Windräder im Forst geben würde. Deshalb seine Forderung, an der Energiewende intensiv zu arbeiten.

„Wir müssen so schnell wie möglich weiter machen“, forderte Franziska Hilger (CSU). Deshalb sollte nach ihrer Meinung ein Bürgerentscheid sehr bald stattfinden. Vorschlag der CSU bisher: gemeinsam mit der Bundestagswahl 2021.

Lang, anstrengend, teuer

Könnte aber auch früher sein, so Landrat Robert Niedergesäß (CSU). „Letztendlich ist es eine politische Entscheidung“, betonte er. „Wir begeben uns auf einen langen Weg, einen anstrengenden Weg, einen teuren Weg.“ Gemeint sind damit auch rechtliche Hürden, weil der Forst besonders geschützt ist und zum Bau von Windrädern geltende Regeln verändert werden müssten.

Landrat wünscht sich mehr Respekt

Niedergesäß bedauerte das Niveau, auf dem die Dabatte derzeit auch in Leserbriefen geführt würde. „Ich würde mir einen respektvolleren Umgang wünschen. Der Forst ist uns allen wichtig, das ist nicht irgendein Waldstück. Das ist etwas ganz Besonderes.“

Ursula Bittner (SPD) betonte, die Bürger müssten vor einem Entscheid umfassend informiert werden. Ähnlich sah das auch Kreis-Klimamanager Hans Gröbmayr, sonst habe man keine Chance, diese Abstimmung zu gewinnen.

„Verantwortung nicht auf Bürger abschieben“

Bianka Poschenrieder (SPD) sprach sich dagegen aus, die Verantwortung der Entscheidung auf die Bürger abzuschieben. Und Philipp Goldener (Grüne) betonte: „Wir sind gewählte Volksvertreter. Wir müssen uns auch mit schwierigen Problemen beschäftigen.“

Naturschutzbehörde gegen Standort Forst

Gegen einen Windpark im Forst sprach sich die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt aus. Der Leiter der Behörde, Johann Taschner: „Diese Flächen sollten uns heilig sein.“ Er befürchtet zudem negative Auswirkungen auf andere Landschaftsschutzgebeite im Landkreis.

Klar gegen den Windpark positionierten sich in der Sitzung erneut Kerstin Mertens (Schutzgemeinschaft Ebersberger Forst) und  Catrin Dietl („Landschaftsschutz Ebersberger Land“).

Lesen Sie auch den Kommentar: Wahl zwischen Pest und Cholera

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