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Ebersberger Landkreis: Heiraten in Coronazeiten? Das müssen Brautpaare jetzt wissen

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Von: Michael Seeholzer

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Der Krisenstab im Landratsamt. An Hochzeiten denkt hier bestimmt niemand. © SRO

Während der Corona-Pandemie heiraten? Geht das überhaupt? Die Rathäuser im Landkreis klären auf.

Landkreis – Heiraten in Corona-Zeiten: Wer momentan den Bund fürs Leben eingehen will, der wird auf das vielleicht schon lange geplante Event Hochzeitsfeier verzichten müssen. Standesbeamter, Trauzeugen und Hochzeitspaar, vielleicht noch ein Dolmetscher, das war’s. Mehr dürfen nicht rein in die Trauungszimmer. Und auch die Zeremonien vor den Rathäusern müssen ausfallen samt Spalieren, Reis werfen und Blumen streuen. Hochzeit pur, sozusagen.

Im Terminkalender stehen in Grafing noch fünf Hochzeiten

„Wir haben gerade eine Information dazu bekommen“, berichtete am Freitag Verena Schwaiger, die im Grafinger Rathaus für die Trauungen zuständig ist. Der Bayerische Gemeindetag habe aktuell eine Mitteilung herausgegeben, wie sich die Standesämter verhalten sollen bei Trauungen in Corona-Virus-Zeiten. Mit Hinweis auf eine Auskunft des Bayerischen Innenministeriums teilte der Gemeindetag den Kommunen mit, dass standesamtliche Eheschließungen – also die gemeinsame Erklärung des Ehewillens bei verpflichtender Anwesenheit eines Standesbeamten und der anschließenden Dokumentation dieses Umstands, nicht vom Veranstaltungsverbot der Allgemeinverfügung des Freistaats Bayern erfasst werden. So heißt es in Behördendeutsch. Das gelte aber nur für den Fall, soweit nur die gesetzlich für die Teilnahme vorgesehenen Personen daran teilnehmen, also eben nur Standesbeamter, Eheleute, gegebenenfalls Dolmetscher und Trauzeugen.

Im Terminkalender stehen in Grafing noch fünf Hochzeiten. „Die arbeiten wir noch ab“, so Schwaiger. „Neue nehmen wir derzeit nicht mehr an“, bittet sie um Verständnis.

Auf Distanz gehen, zumindest im Trauungszimmer, ist die Vorschrift

Eine Hochzeit ist eigentlich eine innige Angelegenheit, bei der viel umarmt und geküsst wird. Jetzt heißt es aber, auf Distanz zu gehen, zumindest im Trauungszimmer ist das Vorschrift. „Wir haben die Bestuhlung so eingerichtet, dass 1,5 Meter Abstand eingehalten werden können“, sagt Schwaiger.

Das mit dem Sicherheitsabstand klappt auch im Rathaus in Zorneding, lautet von dort die Auskunft, „wenn man maximal zu fünft ist“. „Die nächste Hochzeit ist bei uns im Mai geplant, mal schauen, wie es weitergeht.“ Der Abstand im Trauungszimmer könne jedenfalls eingehalten werden, das sei sichergestellt.

Aus der Hochzeitsfeier beim Dorfwirt samt großem Erinnerungsfoto mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft dicht an dicht gedrängt wird jedoch derzeit nichts. Es würde sich um eine Veranstaltung handeln, die nach der Allgemeinverfügung wegen des damit verbundenen Infektionsrisikos nicht erlaubt ist, informiert der Gemeindetag und meint weiter: „Somit gilt: Trauungen ja, Teilnahme von Hochzeitsgästen nein! Es empfiehlt sich daher für Brautleute abzuwägen, ob eine Trauung derzeit wirklich notwendig ist oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann.“

Ebersberg: Ein Paar allerdings habe aufgrund der Auflagen durch den Freistaat inzwischen die Eheschließung abgeblasen

Das Standesamt in Ebersberg hat nach Auskunft des Geschäftsführers Erik Ipsen alle trauungswilligen Brautleute schon informiert, wie die aktuelle rechtliche Situation ist. Im Rathaus der Kreisstadt stehen bis Ende April neun Hochzeiten auf dem Terminplan, die Hochzeiter wollen sich auch von der aktuellen Situation den Bund fürs Leben nicht verschieben lassen. „Der Sicherheitsabstand ist gewährleistet“, sagt Ipsen zur räumlichen Situation im Rathaus. Ein Paar allerdings habe aufgrund der Auflagen durch den Freistaat inzwischen die Eheschließung abgeblasen. „Unter diesen Umständen wollten die nicht“, sagt der Geschäftsführer der Verwaltung in der Kreisstadt. Es gäbe ja auch die Möglichkeit, jetzt standesamtlich zu heiraten und die große Hochzeitsfeier zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen, dann, wenn die Gasthäuser wieder geöffnet haben. „Wer jetzt unbedingt heiraten will, der kann das aber“, sagt Ipsen. Große Hochzeitsfeiern, bei denen vielleicht „Gäste aus ganz Deutschland angereist kommen“, seien ein Risiko und müssten derzeit ausfallen, so der Geschäftsführer.

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