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Blühende Umgebung: Sonja Ziegltrum-Teubner und Robert Obermeier, Abteilungsleiter der IHK München-Oberbayern, in der Blumenzentrale in Parsdorf.

Positionen zur Kommunalwahl

IHK-Regionalausschuss Ebersberg: Fachkräftemangel größtes Problem

  • Robert Langer
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Die IHK im Landkreis Ebersberg präsentiert ihre Forderungen zur Kommunalwahl: von Bürokratieabbau bis Wohnungen.

Landkreis – Bessere digitale Infrastruktur, nachhaltige Mobilität auf Straße und Schiene, Flächen für Gewerbe und Wohnen, Bürokratieabbau sowie Sicherung von Fachkräften. Diese Handlungsfelder stellte am Freitag Sonja Ziegltrum-Teubner, Vorsitzende des Regionalausschusses Ebersberg der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern (IHK) in Parsdorf vor.

Im Vorfeld der Kommunalwahl sollen die Forderungen an die Landratskandidaten sowie die Bürgermeisterkandidaten in den größeren Gemeinden verschickt werden. Manche der Themen seien nicht neu, so Ziegltrum-Teubner. „Aber sie sind immer noch nicht abgearbeitet.“

IHK: Fachkräftemangel größtes Problem

Laut IHK sehen die Unternehmen in der Region das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung im anhaltenden Fachkräftemangel. Dazu gibt es einige Ansätze der IHK. Es gehe unter anderem um die Wertschätzung von Ausbildungsberufen. Heißt: Nicht jeder müsse studieren. Ziegltrum-Teubner wies auf die hohe Quote der Studienabbrecher hin. Ein weiterer Ansatz: Flexible Angebote für Kinder und Pflegebedürftige, um vor allem Frauen in den Beruf zu bringen. Die Räume für die Betreuung seien oft da, so Ziegltrum-Teubner. Aber es fehle das Personal. Und das bekomme man oft nur, wenn man günstigen Wohnraum bieten könne. „Das ist der beste Punkt, um überhaupt Mitarbeiter zu kriegen.“ Ein Ansatz der IHK: „Wir müssen beim Wohnen über Verdichtung nachdenken“. Es müsse nicht alles in die Breite gehen. „Wir sprechen uns nicht dafür aus, Flächen ohne Ende auszuweisen.“ Vorhandene Flächen müssten konsequent genutzt werden. „Man kann aber auch nicht sagen, jetzt geht gar nichts mehr.“ Der Bedarf beim Gewerbe wie beim Wohnen ist weiter da. Zu den neuen großen Gewerbeansiedlungen in der Gemeinde Vaterstetten nördlich der Autobahn, in das unter anderem ein Unternehmen aus München aussiedeln möchte, bemerkte Ziegltrum-Teubner: „Ich bin gespannt, wo die Leute künftig alle wohnen werden. Die werden nicht immer pendeln“.

Sonja Ziegltrum-Teubner: Mobilität wichtiges Thema

Demgegenüber steht ein anderes Problem: „Ich kann nicht Wohngebiete ausweisen und mich nicht darum kümmern, wie die Leute in die Arbeit kommen“, so Ziegltrum-Teubner. Es geht um Mobilität. Positiv aufgenommen wird von der IHK der neue Expressbus, der Poing mit der Messestadt Ost verbindet, als Alternative zur überlasteten S-Bahn. Dieses Modell könne man auch im südlichen Landkreis umsetzen. „Nicht jeder Weiler muss angefahren werden.“ Aber Expressbusse brächten nichts, wenn sie im Stau stünden. Beim ÖPNV müssten die Verkehrsmittel aufeinander abgestimmt sein. „Die Taktung muss stimmen.“

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Ebersberger Landkreis: WLAN wichtig für wirtschaftliche Entwicklung

Ein weiteres Anliegen ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur. „Heute erwartet jeder, der in einem Hotel absteigt, dass er WLAN hat“, so Ziegltrum-Teubner. Und es geht der IHK um den Bürokratieabbau. Es müssten mehr Online-Lösungen in den Verwaltungen angeboten werden, statt dass man eine Wartenummer ziehen oder einen Termin ausmachen müsse. Mit den neuen Regeln zum Datenschutz sei in manchen Bereichen weit über das Ziel hinausgeschossen worden.

Der IHK-Regionalausschuss vertritt die 11 140 der IHK zugehörigen Unternehmen im Landkreis.

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