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Sabrina Behrendt vom Landschaftsarchitekturbüro Harald Niederlöhner aus Wasserburg erläuterte im Hermann-Beham-Saal im Landratsamt die Einzelheiten des erfolgreichen Projektes zur Erhaltung der Kiebitzbestände. 

Landkreis ehrt Bauern und Grundeigentümer für Teilnahme an Naturschutzaktion

„Nestprämie“ für Kiebitz-Retter: Landwirt trägt Jungvögel weg

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Dem Kiebitz im Landkreis Ebersberg geht es schlecht. Er hat kaum noch Nachwuchs, die Bestände sind geschrumpft. Die untere Naturschutzbehörde sieht Handlungsbedarf.

Landkreis – Die heimliche Hauptperson stand am Dienstagvormittag im Hermann-Beham-Saal des Landratsamtes unscheinbar auf dem Rednerpult als ausgestopftes Exemplar. Damit die Menschen im Landkreis Ebersberg Kiebitze aber künftig wieder mehr in freier Natur beobachten können, mussten in einer aktuellen Aktion viele zusammenhelfen. Und diese Helfer wurden von Landrat Robert Niedergesäß mit einem kleinen Geschenk und einem Einkaufsgutschein geehrt.

Projekt wird im kommenden Jahr fortgesetzt

Das Kiebitz-Projekt der unteren Naturschutzbehörde wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Und die den Landwirten zuteilgewordene Anerkennung soll auch andere animieren, sich daran zu beteiligen. Denn dem Kiebitz geht es schlecht.

Gerade einmal 37 Gelege wurden insgesamt bei einer Kartierung festgestellt, die das Büro von Harald Niederlöhner aus Wasserburg durchgeführt hat. Dessen Ergebnisse präsentierte den Anwesenden Sabrina Behrendt.

Jungkiebitze sind im Sommer verdurstet

Sie berichtete, dass aufgrund des teilweise extrem trockenen Sommers eine Reihe von Jungkiebitzen den Weg ist Leben eines erwachsenen Exemplars nicht geschafft haben. Sie seien schlicht verdurstet. Umso wertvoller sei das Engagement der Landwirte gewesen, die teilweise selbst und freiwillig Kiebitz-Vorkommen gemeldet hätten, als sie von der Aktion des Landkreises hörten. Sie versteht sich als Nachfolgeprojekt zum vorangegangenen Jahr der Bienen, wie Landrat Robert Niedergesäß erläuterte.

Zahlreiche Ebersberger Landwirte nehmen Rücksicht

Die Kiebitz-Nester wurden mit Bambusstangen gekennzeichnet. Die so markierten Ackerflächen nahmen die Landwirte anschließend von der Bewirtschaftung aus. Teilweise sei die Zusammenarbeit sogar richtig freundschaftlich abgelaufen, berichtete Wiesenbrüterberater Klaus Grünebach aus Grafing. Landwirt Georg Mayer hatte ihn auf seinem Traktor mitgenommen, um zwölf junge Kiebitze auf seinem Feld mit der Hand wegzutragen und in Sicherheit zu bringen.

Die Namen aller Geehrten im Landkreis Ebersberg

Geehrt wurden für ihren Einsatz Sigmund Adlmeier, Franz Asböck, Hubert Bachmayer, Georg Bürgmayr, Josef Daberger, Johann Englhart, Andreas Hermann, Johann Kirchlechner, Bernhard Kneißl, Johann Loidl, Christian Loipfinger, Georg Mayer, Otto Mayr, Anton Mayr, Georg Messerer, Johann Oberschätzl, Simon Ossenstätter, Anton Reischl, Josef Schosser, Sebastian Springer und Peter Widmann. Sie dürfen sich über ein Geschenkpaket freuen, dessen Inhalt in der Brauerei Wildbräu und der Privatbrauerei Schweiger hergestellt worden ist.

Die Kiebitze sind inzwischen wieder in ihr Winterquartier an der Atlantikküste geflogen. Dazu haben sie sich vor ihrem Start unter anderem im Schwabener Moos versammelt, weshalb Richard Straub vom Landesbund für Vogelschutz noch einmal darum bat, dort Hunde besonders auch in der Wiesenbrüterzeit anzuleinen. Er beklagte dabei eine inzwischen eingetretene „Schilderblindheit“.

Alle Beteiligten hoffen auf einen Erfolg

Besonderer Dank ging an die untere Naturschutzbehörde, von der Max Finster das Projekt verantwortete. Alle Beteiligten hoffen, dass die Altvögel im kommenden Frühjahr wieder den Weg in den Landkreis finden, um hier besonders im Bereich von Markt Schwaben, Poing und Pliening, aber auch Steinhöring, Aßling und Frauenneuharting zu brüten.

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