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Eineinhalb Meter Abstand: In Vaterstetten werden Schulgruppen geteilt, sagt stellvertretende Schulleiterin Marion Freytag.

Landkreis in Corona-Krise

Schulen im Landkreis Ebersberg bereiten sich auf Unterrichtsstart vor: Im Notbetrieb zum Abschluss

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Am Montag beginnt für Abschlussklassen der Unterricht. Berufsschulabschlüsse, Quali, Mittlere Reife, Abitur: Viele Schüler stehen kurz vor ihren Prüfungen. 

Landkreis Kommt der Schulbus? Gibt’s Schulstunden im Schichtbetrieb und Aufenthalte im Pausenhof? Schulleiter im Landkreis gehen unterschiedlich streng mit Abstands- und Hygieneregeln um. In der Anni-Pickert-Mittelschule in Poing etwa müssen die Jugendlichen Masken tragen.

„Die Schüler müssen Masken von zuhause mitbringen“, sagt Schulleiterin Eva Guerin. Die Grund- und Mittelschule soll noch 100 Masken von der Gemeinde Poing bekommen, sie reichen aber nicht für die über 100 Schüler.

Poing: Jedes Klassenzimmer habe einen separaten Eingang

Fünf Abschlussklassen starten dort am Montag. „Unsere Schule ist großzügig ausgelegt“, sagt Guerin. Jedes Klassenzimmer habe einen separaten Eingang. Plus Desinfektionsständer.

So soll der Schulalltag bis zu den Prüfungen ablaufen: Die Schüler haben vier Unterrichtsstunden jeden Tag. Klassen werden aufgeteilt, ein Lehrer pendelt zwischen zwei Zimmern. Ein „Tandemslehrer“ unterstützt seinen Kollegen dabei. Schüler haben feste Plätze mit Namensschildern und eineinhalb Meter Abstand zueinander. Pausen verbringen die Jugendlichen in den Klassenzimmern, einen Pausenverkauf gibt es nicht.

Rudolf Bäuml ist es wichtig, dass seine Realschüler frische Luft schnappen können. Er ist Schulleiter an der Realschule in Ebersberg. Pausen sollen hier zwischen den Klassen zeitlich aufgeteilt werden, so könnten die 150 Mädchen und Buben auch auf den Pausenhof.

Realschule Ebersberg: Bodenmarkierungen, die den Abstand zum Tafelbereich markieren

Der Unterricht läuft ähnlich wie in Poing ab: geteilte Klassen, feste Sitzplätze, maximal 14 Schüler je Klasse. Die Jugendlichen werden schon nach der Ankunft mit dem Schulbus separiert. Zwei verschiedene Wege sollen in die Realschule führen. Seifenspender, Desinfektionsmittel auf jeder Etage, Bodenmarkierungen, die den Abstand zum Tafelbereich markieren: Auch hier will die Schulleitung wenig dem Zufall überlassen.

Den Lehrern im Landkreis stehen stressige Wochen bevor: Zusätzlich zum Unterricht der Abschlussklassen müssen Kinder im Homeoffice beschult werden. „Eine große Belastung fürs Kollegium“, sagt Bäuml.

Ebersberg: Kollegen sollen Mundschutz tragen

Seine Kollegen sollen Mundschutz tragen und die Schüler überwachen. Ein spezieller Stundenplan wurde entworfen. „Die Noten sollen belastbar sein“, sagt der Schulleiter. Heißt: Wenn noch wichtige Leistungserhebungen ausstehen, gibt es in den kommenden Wochen Tests. Leider „aus der Hüfte“ heraus. Bis Pfingsten sollen alle Noten aus dem Schuljahr erhoben sein, verspricht Bäuml. Die schriftlichen Abschlussprüfungen der Realschulen starten am 30. Juni.

Gymnasium Vaterstetten: Nur 100 Schüler werden gleichzeitig im Gebäude sein

Die Abiturprüfungen starten am 20. Mai, mit Deutsch. Über 200 Abiturienten gibt es am Vaterstettener Gymnasium. Aber nur 100 Schüler werden gleichzeitig im Gebäude sein, sagt stellvertretende Schulleiterin Marion Freytag. Die Gruppen sollen geteilt und an verschiedenen Tagen unterrichtet werden.

Auf dem Stundenplan der 15 Schüler großen Gruppen stehen Mathe, Deutsch und ein drittes Abiturfach. Später kommen auch die Fächer der Kolloquiumsprüfungen dazu.

Die Schüler sind etwa drei Tage in der Schule. Abiturienten wechseln zwischen den Klassenzimmern. 20 der insgesamt 126 Lehrkräfte unterrichten im Schulgebäude, sie sollen Masken tragen. Abiturienten wird dies freigestellt.

Eine Onlineumfrage unter Vaterstettener Q12-Schülern offenbart: Die Jugendlichen sind teils stark belastet. Abiturprüfungen sehen viele kritisch

Ob Busse zu den anderen Schulen fahren, weiß das Schulamt nicht

An der Mittelschule in Aßling gibt es keine Maskenpflicht. Die Organisation des Schulstarts sei nicht einfach, sagt Rektor Michael Pollak. „Täglich kommen neue Informationen zu Hygienevorschriften.“

Zur Aßlinger Mittelschule fahren Schulbusse, sagt Pollak. Weniger Schüler sollen pro Bus mitfahren, damit Abstandsregeln eingehalten werden könnten. Gleiches gilt für die Mittelschule in Glonn und das Gymnasium in Kirchseeon. Ob Busse zu den anderen Schulen fahren, weiß das Schulamt nicht. Erst Freitag sollen weitere Informationen dazu kommen. Das Schulamt verweist auf das Kultusministerium. Abstimmungen der Aufgabenträger „sind derzeit im Gange“, heißt es dort nur. Ein Anruf bei den Schulen sollte Eltern mehr Klarheit bringen.

Die Entwicklungen zum Coronavirus im Landkreis Ebersberg hier in unserem Live-Ticker!

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