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Dankadressen an die Kunden, die dem Kindermodengeschäft Salto in Grafing in schwierigen Zeiten die Treue halten.

Corona-Krise im Landkreis

So geht es Unternehmen aus dem Landkreis in der Corona-Krise

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Betriebe im Landkreis Ebersberg erkunden erfolgreich neue Vertriebswege und Strategien. Onlinehandel ist immens wichtig.

Landkreis – Während sich in den Wirtschaftsnachrichten die Hiobsbotschaften geradezu überschlagen, versuchen sich die Unternehmen im Landkreis Ebersberg, so gut es eben geht, mit der neuen Situation zu arrangieren. Und einige Geschäftsinhaber berichten davon, dass es gar nicht schlecht läuft. Sicher, die Umsätze seien bei Weitem nicht die gleichen, wie vor der Coronakrise. Aber ganz weggebrochen sind sie in vielen Betrieben nicht – im Gegenteil.

„Ich muss sagen, ich hätte nie gedacht, dass das so gut angenommen wird“, berichtet Stefanie Rodenkirchen über die Resonanz auf ihren Blumen-Lieferdienst. Die 32-Jährige betreibt seit acht Jahren ihr Geschäft „Floraleben“ in Grafing in der Griesstraße. Der Laden ist zu, der Betrieb läuft über Hauslieferungen aber weiter, das Telefon ist besetzt. Rodenkirchen ist froh über die Stammkundschaft, die sie im Laufe der Jahre aufbauen konnte, berichtet sie über ihren persönlichen Kontakt. Auch mit dem Trinkgeld seien die Kunden bei den Lieferungen großzügig. „Da gibt es schon mal einen Fünfer“. Und die neue Situation gebiert auch neue Ideen: „Momentan frage ich mich manchmal, warum ich Miete bezahle. Ich könnte das Geschäft auch aus einer Garage machen“, sagt Rodenkirchen fröhlich.

„Wir können uns nicht beschweren“

„Wir können uns nicht beschweren“, berichtet der selbstständige Spenglermeister Josef Pollinger aus Grafing darüber, dass er im Augenblick noch Aufträge und Arbeit habe. „Die Leute sind alle zuhause und sehen plötzlich, was am Haus gemacht werden muss.“ Jetzt hätten sie Zeit, die Handwerker einzulassen. „Ich hoffe, dass das so bleibt“, sagt Pollinger. Der Spenglermeister nutzt übrigens auch selbst einen Lieferdienst, wie er im Gespräch mit derEbersberger Zeitung schildert. Er habe zum Beispiel T-Shirts bei Kindermoden Salto in Grafing geordert. „Das klappt ganz super“, erläutert er. 

Per Whatsapp bekomme man die Bilder der Ware als Auswahl zugeschickt und könne sich dann entscheiden. „Einmal am Tag liefern wir aus“, berichtet Salto-Geschäftsinhaberin Monika Hofmann (56). „Der Umwelt zuliebe mit dem Rad oder den Inlinern“, erklärt sie ihren Lieferdienst. Wenn die Kunden weiter weg wohnen, etwa in Egmating oder Albaching, werde ein Fahrzeug benutzt. 

Auch Hofmann hat viel Stammkundschaft „und da sind so liebe und nette dabei.“ Im Schaufenster ihres Ladens hängen Dankadressen an die Einkäufer, die diesen Service gerne in Anspruch nehmen. Eine Auswahl ihrer Ware sei auch auf Facebook und im Internet zu sehen, schildert die Geschäftsfrau neue Vertriebswege.

Neue Kunden konnte auch Sonja Ziegltrum-Teubner gewinnen

Neue Kunden konnte auch Sonja Ziegltrum-Teubner gewinnen, die in Parsdorf ihre Blumenzentrale betreibt. Ihr Unternehmen litt zeitweise stark unter den Verkaufsverboten für Gärtnereien. Die Verbote wurden gelockert – auch nachdem die Heimatzeitung darüber berichtete. „Uns überrennen aktuell die Supermärkte, denn die verkaufen Blumen, wie noch nie zuvor. Selbst Supermärkte, die uns bisher weggeschickt haben, weil ja der Holländer die Ware auf Kommission hinstellt, möchten jetzt gerne beliefert werden“, schildert Ziegltrum-Teubner eine neue Lage. 

Sonja Ziegltrum-Teubner Blumengroßhändlerin.

So schnell änderten sich die Zeiten, plötzlich sei der regionale Großhändler doch wichtig. „Aber uns hilft das natürlich jetzt, auch wenn ich es den anderen Einzelhandelsbetrieben gegenüber eine unfaire Wettbewerbsverzerrung finde“, sagt die Unternehmerin.

„Wer keinen Online-Handel aufgebaut hat, ist jetzt schlecht dran“

„Wer keinen Online-Handel aufgebaut hat, ist jetzt schlecht dran“, schildert Firmenchef Fritz Grill von der Grill-Gruppe die aktuelle Situation in seiner Branche. „Im Verkauf bieten wir Möglichkeiten mit unseren Online-Fahrzeugangeboten und Fernberatung“, teilt der Ebersberger Autohändler auf seiner Internetpräsenz mit. Und auch in der Werkstatt habe sein Betrieb genügend Arbeit. 

Der Verkauf von Fahrzeugen der Grill-Gruppe läuft derzeit stark über Online-Vertriebskanäle.

„Wir haben zwei Gruppen gebildet, die jeweils sieben Tage arbeiten. Dann wird gewechselt.“ Die Frist ist auf die Inkubationszeit des Coronavirus abgestellt, so sei auch die Sicherheit der Mitarbeiter berücksichtigt,

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