Wohnwagen und Reisemobile
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Wohnwagen und Reisemobile werden immer beliebter. Der Bedarf an dauerhaften Unterstellmöglichkeiten im Landkreis Ebersberg wächst.

Dauerhafte Unterstellmöglichkeiten im Landkreis Ebersberg gefragt

Die Suche wird immer schwieriger: Wohin mit dem Wohnmobil?

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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In den Ferien Lust - unter dem Jahr Last: Es ist nicht so einfach, einen dauerhaften Stellplatz für ein Wohnmobil zu finden. Wir haben nachgefragt.

Landkreis – Mit Beginn der Ferienzeit werden sie hervorgeholt: Wohnmobile und Wohnwagen. Für ein paar Wochen ermöglichen sie ihren Besitzern den Traum vom Wegfahren und dabei doch irgendwie Daheimbleiben. Aber wo waren die fahrbaren Behausungen das ganze Jahr über?

Generell nicht einfach

„Im Landkreis Ebersberg sind derzeit 1887 Wohnmobile und 488 Wohnanhänger zugelassen“, informiert Albert Reiter, der Leiter der Zulassungsstelle Ebersberg. Stichtag 14. Juni, die Daten sind also hochaktuell. Wo die Campingmobile das ganze Jahr über untergestellt werden, entziehe sich seiner Kenntnis. „Vielleicht bei einem Bauern?“ Das glaubt auch Sebastian Kail vom Camping Center Forstinning. „Generell ist es nicht einfach, etwas zu finden. Wir selbst haben nur zwei bis drei solcher Stellplätze.“ Kail gibt ebenfalls den Tipp, bei Landwirten in der Umgebung nachzufragen. Und in mancher Maschinenhalle im Landkreis Ebersberg ist tatsächlich Platz.

Weite Wege zum Stellplatz

Für die Überwinterungsmöglichkeit müssen Wohnmobilbesitzer zum Teil weite Wege auf sich nehmen. „Die kommen bis aus dem Umkreis von München zu uns“, bestätigt etwa ein Anruf bei der Firma Caravanklinik in Augsburg. Ein Halbjahresvertrag für das Unterstellen eines Wohnmobiles bis zu einer Länge von sechs Metern schlägt hier mit 65 Euro pro Monat zu Buche. Ist das Teil länger als acht Meter, gibt es den Preis auf Anfrage. „Tschuldigung, bei uns ist gerade viel Betrieb.“

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Stadt Grafing überlegt

Christian Einhellig, Grafinger Stadtrat der Freien Wähler, fährt selbst einen Camping-Bus. Er hat keine Unterstell-Probleme. „Der passt gerade noch in unsere Garage.“ Einhellig kennt das Problem aber und hat deswegen im Grafinger Stadtrat einen Vorschlag gemacht, den die Verwaltung jetzt weiterverfolgt. Denn im Zuge des Parkplatzbaus nördlich des Grafinger Eisstadions sollen auch Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Der Stadtrat steht dem positiv gegenüber. „Vielleicht mit einer einfachen Infrastruktur mit Wasser- und Stromanschluss“, sagt Einhellig. Diese Gedanken müssten aber erst „vertieft“ werden. Der Stromanschluss müsse für die Beleuchtung des Geländes ohnehin installiert werden, gibt der FW-Stadtrat zu bedenken. Eine Dauerlösung wird das neue Angebot am Stadion freilich nicht. Die Wohnmobile sollen dort nach der Vorstellung des Urhebers dieser Idee maximal bis zu drei Tage stehen dürfen – zum Beispiel zur Zeit des Oktoberfestes“.

Möglichkeit in Haslach

Seit Jahren bietet Sebastian Strugger aus Haslach bei Glonn in seiner Maschinenhalle Stellplätze für Wohnmobile an. Er hat hauptsächlich langjährige Stammkunden. „Das ist in den vergangenen Jahren ein richtiger Boom geworden. Ich hab schon fast eine Warteliste“, meint er auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. „Gerade ist wieder einer rausgegangen, da ist der nächste schon wieder drin.“ Bei ihm kostet ein Platz im Monat „etwa 40 bis 45 Euro“, je nach Größe des Fahrzeuges. Praktisch: Die Besitzer können rein- und rausfahren nach Belieben. „Da hat jeder einen Schlüssel.“

Was alles verboten ist

Wenn ein Wohnmobil zugelassen und nicht schwerer als 7,5 Tonnen ist, darf es auf öffentlichen Straßen abgestellt werden wie ein normales Fahrzeug. Ärger mit der Nachbarschaft gibt es deswegen trotzdem manchmal. Bei einem Wohnwagen hingegen ist der Ärger programmiert, wenn er zwar zugelassen, aber vom Zugfahrzeug abgehängt ist. Wenn ihn sein Besitzer länger als zwei Wochen auf öffentlichen Straßen und Plätzen stehen lässt, droht ein Bußgeld von 20 Euro. Ist das Wohnmobil hingegen schwerer als 7,5 Tonnen, ist seinem Besitzer das längere Parken an Sonn- und Feiertagen innerhalb geschlossener Ortschaften in der Zeit zwischen 22 und 6 und früh verboten.

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