Mit Wasserschlag liegengeblieben ist ein Auto in Kirchseeon in der mit Hagel und Regen gefluteten Unterführung am Iveco/Fiat-Gelände.
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Mit Wasserschlag liegengeblieben ist ein Auto in Kirchseeon in der mit Hagel und Regen gefluteten Unterführung am Iveco/Fiat-Gelände.

Feuerwehren im Dauereinsatz

„Wie Weltuntergang“: Hagel und Platzregen im Landkreis Ebersberg - Person in Auto eingeschlossen

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  • Robert Langer
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  • Jörg Domke
  • Josef Ametsbichler
    Josef Ametsbichler

Der Landkreis-Süden rund um Kirchseeon, Ebersberg, Grafing und Steinhöring ist am Dienstagnachmittag von einem kurzen, aber schweren Gewitter getroffen worden. Das Ausmaß der Schäden ist derzeit noch nicht abzusehen.

19 Uhr: Rund 80 Einsätze meldete Alois Mayer, Kreisbrandinspektor und Einsatzleiter der Feuerwehr, am frühen Dienstagabend. Am stärksten hatte das Blitz-Unwetter demnach die Gemeinde Kirchseeon erwischt. Dort musste die Feuerwehr ein Auto mit Wasserschlag im Motor aus der Unterführung am Iveco/Fiat-Gelände bergen – eine Person war in dem Fahrzeug eingeschlossen. Es habe aber keine Lebensgefahr bestanden. Verletzte oder gar Tote musste die Feuerwehr bis zum frühen Abend nicht vermelden.

Feuerwehrleute kehren in Ebersberg Hagelkörner von der Straße.

Die Schäden dürften aber locker eine Millionensumme ergeben: In quasi allen Anrainergemeinden an der Bundesstraße 304 gab es neben vollgelaufenen Kellern Meldungen über hagelgeschädigte Fahrzeug- oder Hausbesitzer. Einige Straßen mussten zudem vorübergehend gesperrt werden. Vereinzelt, weil Bäume oder Äste auf die Fahrbahn gestürzt waren, aber auch, weil diese schlicht von Wasser oder Hagel bis zu einem halben Meter überschwemmt war – in Ebersberg rückte der Bauhof laut Bürgermeister Ulrich Proske deshalb sogar mit dem Schneepflug aus.

Über die Wetter-Entwicklung im Freistaat halten wir Sie in unserem News-Ticker für Bayern auf dem Laufenden.

17.45 Uhr: Entsetzt und beeindruckt zeigte sich Ebersbergs Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos) angesichts der Schwere und Plötzlichkeit des Unwetters. Der Schaden in der Kreisstadt sei sicherlich enorm. Gebäude und Autos seien teils deutlich lädiert. Die Feuerwehr ist momentan im Dauereinsatz.

Update, 17.22 Uhr: Eine Schneise der Verwüstung hat das Blitz-Unwetter am Dienstagnachmittag durch den südlichen und westlichen Landkreis Ebersberg geschlagen. Wie Kreisbrandrat Andreas Heiß nach einer ersten Lagesichtung der Redaktion berichtet, lag der Schwerpunkt des Unwetters in den Anrainergemeinden entlang der Bundesstraße 304.

Mit Hagel geflutete Straße in Ebersberg am Klostersee.

Die Feuerwehr habe in Markt Schwaben eine Abschnittführungsstelle besetzt, um die Einsätze zu koordinieren. Es gelte, schnellstmöglich die voll gelaufenen Keller und Unterführungen auszupumpen, unter anderem in Zorneding am Bahnhof.

Meldungen zu Verletzten gibt es bislang nicht. Seit sich das Unwetter verzogen hat, sind viele Menschen im Freien zu sehen: Sie sind derzeit offenbar damit beschäftigt, mögliche Schäden an ihren Grundstücken, Häusern und Fahrzeugen zu begutachten.

Erstmeldung,22. Juni, 17 Uhr:

Landkreis Ebersberg - Es war nur ein kurzes Intermezzo. Aber eines, das mit der ganzen Wucht kam, die ein Unwetter zu bieten hat. Im gerade erst begonnenen Berufsverkehr entlud es sich am Dienstagnachmittag gegen 16.20 Uhr für gute zehn Minuten über weite Teile des südlichen Landkreises.

Zum Beispiel über Grafing, wo stattliche Hagelkörner auf die Pendlerautos niedergingen. Größere Äste brachen von Bäumen ab und schlugen auf die Straße, Platzregen setzte Unterführungen unter Wasser.

Zahlreiche murmelgroße Hagelkörner auf einer Terrasse bei Steinhöring.

Auch aus Kirchseeon, Ebersberg und Steinhöring melden Menschen heftige, meist von Hagel begleitete Regengüsse. Erste Feuerwehreinsätze sind am Anlaufen.  „Wie ein Weltuntergang“, schildert ein Beobachter der Redaktion am Telefon das Szenario. Die Gewalt des Unwetters sei enorm gewesen.

Stockduster war es während des kurzen, aber heftigen Hagelgewitters in Steinhöring.

Es zeichnet sich ab, dass einiges an Schaden entstanden ist: Erstmeldungen sprechen von umgeknickten Bäumen, voll gelaufenen Kellern, zerbeulten Autos und gefluteten Unterführungen sowie massiven Ernteeinbußen: Das Unwetter hat auf vielen Maisfeldern die Pflanzen umgeknickt wie Grashalme.

Dieser Text wird laufend um neue Informationen ergänzt.

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