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Windräder im Forst: SPD wirft CSU Feigheit vor

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Von: Michael Acker

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Robert Niedergesäß (re.) würde fünf Windräder im Ebersberger Forst begrüßen.
Robert Niedergesäß (re.) würde fünf Windräder im Ebersberger Forst begrüßen. © Privat

SPD und Bayernpartei werfen der CSU vor, sich vor einer politischen Entscheidung drücken zu wollen. Es geht um die geplanten fünf Windräder im Forst.

Landkreis – Der Kreistag entscheidet am Montag,  27. Januar, darüber, ob es einen Bürgerentscheid zum Thema Windräder im Ebersberger Forst geben wird. Der Umweltausschuss hatte einen solchen mit knapper Mehrheit empfohlen. Im Vorfeld der Entscheidung werfen Kreis-SPD und Bayernpartei den Entscheidungsträgern in der CSU vor, sich vor einer politischen Entscheidung drücken zu wollen.

Atai: CSU ist zu feige

SPD-Landratskandidat Omid Atai sagt: „Die CSU ist also vor der Kommunalwahl zu feige sich für oder gegen die Windenergie auszusprechen“. Albert Hingerl, Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, ergänzt: „Warum soll eine so weitreichende und nicht einfache Entscheidung, mit der sich die Kreisgremien seit Jahren sehr intensiv beschäftigen, wie eine heiße Kartoffel an die Bürgerschaft weitergereicht werden?“ Außerdem bemängeln die Sozialdemokraten, dass keine tiefer gehenden Gutachten und Untersuchungen mehr beauftragt werden sollen, ob Windräder im Ebersberger Forst überhaupt möglich sind.

Bürgerentscheid erst 2021

„Auf welcher Basis sollen die Bürger dann eine vernünftige Entscheidung treffen, wenn ihnen keine fachlich fundierten Zahlen, Daten und Fakten an die Hand gegeben werden“, so der energiepolitische Sprecher und Kreistagskandidat der SPD, Sepp Mittermeier. Kritisch sieht die Kreis-SPD auch den Zeithorizont. Der Bürgerentscheid soll erst im Herbst 2021 zusammen mit der Bundestagswahl stattfinden. SPD-Kreisrätin, Bianka Poschenrieder: „So verlieren wir wieder mindestens zwei weitere Jahre bei der Umsetzung der Energiewende“.

Bisher steht erst ein Windrad im Landkreis. Laut Meilensteinplan des Klimaschutzmanagers sind allerdings etwa 30 nötig, um das einstimmig im Kreistag beschlossene Ziel, 2030 unabhängig von fossilen und endlichen Energieressourcen zu sein, erreichen zu können.

Bayernpartei kündigt Mahnwachen an

Die Bayernpartei rechnet damit, dass sich in der Kreistagssitzung „Fraktionsdisziplin, Aktionismus und Alarmismus“ durchsetzen werden. Gesunder Menschenverstand werde – wie bereits beim desaströsen Kauf des Sparkassengebäudes – hintanstehen müssen. Und auch die bisher gewonnenen Erkenntnisse der vorliegenden Gutachten zu Windenergie im Forst würden weiter ignoriert. Es stehe zu befürchten, dass mit dem Kreistagsbeschluss Begehrlichkeiten gefördert und der ungehemmten Nutzung des Forstes Tür und Tor geöffnet würden.

Lesen Sie auch: Windräder: CSU will „Segen der Bürger“

Der Landratskandidat der Bayernpartei, Robert Böhnlein, kündigte bereits Aktionen an. „Wir haben mit dem Ebersberger Forst einen einzigartigen Schatz direkt vor der Haustür. Der ganze Landkreis wird zubetoniert und nun soll auch noch eines der wenigen intakten Naturgebiete den Baggern zum Opfer fallen. Das ist nicht einzusehen. Wir planen deshalb Aktionen, wie Mahnwachen und dergleichen mehr.“

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