Die Besucher aus dem Landkreis Ebersberg besichtigten auch das Orakel von Perperikon, neben dem Orakel von Delphi eine der bedeutendsten Kultstätten in der antiken Welt, die auch heute noch eine Faszination ausüben. Foto: kn

Bulgarien - Schmelztiegel vieler Kulturen

Ebersberg - Als das Flugzeug aus München kommend auf der Landebahn des Flughafens Sofia aufsetzte, regnete es in Strömen.

Aber der guten Laune, die die 27-köpfige Reisegruppe aus Ebersberg mitgebracht hatte, tat das keinen Abbruch. Denn am Wetter war die Gruppe um Reiseleiter Klemens Siebert nicht so interessiert. Ihr Interesse galt vielmehr den Sehenswürdigkeiten und kulturellen Schätzen Bulgariens.

„Den Schmelztiegel vieler Kulturen entdecken“, so hatte das Kreisbildungswerk die neuntägige Studienreise, die während der beiden ersten Maiwochen stattfand, ausgelobt. Am Kreuzweg zwischen Europa und Asien gelegen, grenzt Bulgarien im Norden an Rumänien, im Süden an die Türkei und Griechenland, im Westen an Serbien und Mazedonien. Im Osten bildet das Schwarze Meer die natürliche Grenze.

Allein diese Lage erklärt schon, weshalb man Bulgarien als den „Schmelztiegel vieler Kulturen“ und als „ein Stück des Paradieses“ bezeichnet. Bereits der erste Reisetag löste dieses Versprechen ein, es stand ein Rundgang durch die Hauptstadt, die mit ihrer mehr als 7000-jährigen Geschichte zu den ältesten Städten Europas zählt, auf dem Programm.

Wie Perlen an einer Perlenschnur reihten sich die Sehenswürdigkeiten und großartigen Eindrücke aneinander. Klöster wie Trajan und Rila, die durch ihre herrlichen Fresken beeindruckten. Orthodoxe Kirchen, die von außen eher wie große Scheunen anmuten, aber in ihrem Inneren mit herrlichen Fresken aufwarten, zeugen vom Einfallsreichtum ihrer Erbauer. Denn während der 500-jährigen osmanischen Besetzung, beginnend im 14. Jahrhundert, waren die orthodoxen Kirchen zwar geduldet, aber durften von außen nicht als kirchliche Räume zu erkennen sein.

Natürlich standen auch die zahlreich vorhandenen antiken Kunstschätze und Baudenkmäler auf dem Programm, denn Bulgarien gehört zu den ältesten besiedelten Regionen Europas. Die Thraker verewigten sich bereits im 4. vorchristlichen Jahrhundert in den Rhodopen, im südlichen Teil Bulgariens gelegen, mit mächtigen Grabanlagen und Felsenheiligtümern, die erst vor wenigen Jahren ausgegraben wurden.

So galt das Orakel von Perperikon neben dem Orakel von Delphi als eines der bedeutendsten Kultstätten in der antiken Welt. Dass aber auch die Landschaft Bulgariens beeindruckend und faszinierend ist, konnten die Reisenden täglich auf ihrer Tour durchs Land feststellen, denn sie ist geprägt von Tiefebenen und markanten Bergketten.

Gerade der Gegensatz zwischen den schroffen und steil aufragenden Gebirgsmassiven und den grenzenlos weiten Tiefebenen macht den besonderen Reiz Bulgariens aus. Nicht zu vergessen natürlich die berühmten und bei den Sonnenanbetern so beliebten Badestrände der Schwarzmeerküste. So fand sich selbstverständlich auch der Goldstrand bei Varna auf dem Reiseplan dieser Studienreise.

„Mal was wagen und Neuland entdecken“, das waren für die meisten der Ebersberger Studienreisenden die Hauptgründe für ihre Entscheidung, gerade diese Reise in den Schmelztiegel der Kulturen zu buchen. Einmal mit einer Gruppe von Gleichgesinnten ein für alle bisher vollkommen unbekanntes Land zu bereisen, hatte sich für alle gelohnt. Es sei, so drückte es Reiseleiter Klemens Siebert am Schluss der Reise aus, für alle eine sehr positive Erfahrung gewesen, „bei der es keine einzige Enttäuschung gab“.

Auch wenn es fast jeden Tag irgendwann einmal kurz oder manchmal auch etwas länger geregnet habe, so Siebert weiter, „irgendwann kam die Sonne strahlend aus den Wolken. Man habe ja keinen Badeurlaub gebucht, „sondern eine Studienreise, mit unzähligen unvergesslichen Eindrücken von Land und Leuten und einer Jahrtausende alten Geschichte“. Man habe aber auch die Schattenseiten des wunderschönen Landes gesehen, so Siebert, „denn nach wie vor ist der Lebensstandard im Vergleich zum deutschen sehr, sehr niedrig“. Und einige trauerten auch den Zeiten des Kommunismus nach, da sei alles für die Menschen geregelt gewesen, sie hätten Arbeit gehabt, man habe sich nicht kümmern müssen, so der Grafinger weiter. „Jetzt nach der Wende und den ersten freien Wahlen im Jahr 1990, müssen die Menschen in Bulgarien ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, was vielen noch recht schwer fällt. Vieles ist im Aufbau, aber man steht erst am Anfang. Aber so ging es ja vielen Ostdeutschen nach der Wiedervereinigung auch. Entwicklungen zum Positiven brauchen einfach Zeit und viel Geduld.“ ez

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gefahr für Autofahrer: Polizei erschießt flüchtigen Stier
Die Polizei musste am Dienstagnachmittag einen Stier erschießen, der drauf und dran war, auf die A 94 bei Anzing zu laufen. Er war zusammen mit anderen Tieren am …
Gefahr für Autofahrer: Polizei erschießt flüchtigen Stier
Moosacher Eltern sauer auf Gemeinde
Eltern, die ihre Kinder in der Moosacher Mittagsbetreuung „Mimo“ untergebracht haben, sind sauer auf Bürgermeister Eugen Gillhuber (CSU) und die meisten Gemeinderäte. So …
Moosacher Eltern sauer auf Gemeinde
Schluss mit dem Hochwasser
Gute Nachricht für die Anwohner der Gebrüder-Asam-Straße in Poing-Nord: Das Regenwasser-Kanalsystem wird erneuert.
Schluss mit dem Hochwasser
Jedes Kind bekommt einen Platz
Wir haben große Anstrengungen unternommen“, sagt Bürgermeister Georg Reitsberger. Nach aktuellem Stand der Anmeldungen könnten im kommenden Betreuungsjahr in …
Jedes Kind bekommt einen Platz

Kommentare