Respekt: Lioba, Alexandra und Hannah (v.l.) reden nicht lange, sie handeln. Hier präsentieren sie einen Teil aus ihrer Kollektion sowie das Plakat, das sie an ihrem Stand anbringen werden. foto: jro

Drei Mädchen und eine tolle Idee

Ebersberg - Perlenarmbänder in allen Größen, bunt verzierte Flaschenkorken, kunstvoll marmorierte Stifte - hier haben sich drei Freundinnen richtig viel Mühe gemacht. Die selbst gebastelten Dinge verkaufen sie auf einem Basar. Doch das Geld behalten sie nicht für sich. Das bekommen andere.

Sie sind ganz normale Teenager: Lioba Listl (13), Hannah Strittmatter (14) und Alexandra Pelz (12) aus Ebersberg. Sie besuchen die achte bzw. sechste Klasse des Kirchseeoner Gymnasiums, gehen gerne shoppen, lesen Krimis und treiben Sport. Doch etwas unterscheidet die drei Freundinnen doch von ihren Klassenkameraden: Regelmäßig treffen sie sich und fädeln Perlen auf. Für hübsche Armbänder und Ketten. Aus Glas oder Holz. Außerdem kneten sie aus Fimo diese lustigen Glücksschweinchen, Piggis genannt, marmorieren Holzstifte, verzieren Flaschenkorken und stellen Badeperlen her.

Was damit geschieht? „Das verkaufen wir auf dem Basar des Kindergartens“, sagt Lioba. Die 13-Jährige meint den Ebersberger Kindergarten „Die Arche“, den sie selbst einst besuchte. „Und die Einnahmen spenden wir dann an ein SOS-Kinderdorf.“

Seit Jahren macht das Lioba schon so. In der Grundschule hatte sie die Idee dazu, fing mit einer Freundin damals das Projekt an und steht seitdem regelmäßig mit ihrem Stand beim Basar. „Meine Familie hat drei Patenkinder aus Bolivien, Tansania und Indonesien“, erklärt Lioba ihren Einsatz für die gute Sache. „Uns ist klar, dass wir es hier sehr gut haben“, ergänzt ihre Freundin Hannah. „Wir nehmen vieles selbstverständlich, dass wir jeden Tag zu essen und zu trinken haben. Mit dem Verkauf wollen wir einfach den Menschen helfen, die es nicht so gut haben.“ Alexandra nickt zustimmend. „Für uns sind fünf oder zehn Euro nicht so viel, aber für diese Menschen schon.“

Es ist Hilfe, die ankommt. „Alle Einnahmen aus unserem Verkauf gehen zu hundert Prozent an SOS-Kinderdorf“, betont Lioba und öffnet einen dicken Ordner. Darin abgeheftet sind unter anderem die Spendenurkunden, ausgestellt von der SOS-Kinderdorf-Organisation. Mal sind es 360 Euro, mal 400 Euro, die pro Markt zusammengekommen sind, für den Sudan, für Haiti und andere Länder. „Wir können selbst entscheiden, wo das Geld eingesetzt werden soll“, erklärt Lioba. Mit all ihren Verkäufen haben es die Mädchen auf insgesamt rund 2000 Euro gebracht. „Das Material wird zum Glück von meinen Eltern gesponsert“, sagt Lioba.

Für den nächsten Basar, der am 23. Februar von 9 bis 12 Uhr in der Volksfesthalle Ebersberg durchgeführt wird, müssen die Mädchen noch einiges herstellen. Neben dem bisherigen Sortiment wollen sie diesmal auch kleine selbst eingebundene Notizheftchen zum Verkauf anbieten. Sophia Heindl, ebenfalls eine Achtklässlerin, verteilt die selbst entworfenen Flyer, außerdem werden kleine Plakate in der Stadt aufgehängt, die auf den Basar hinweisen.

„Wir müssen schon schauen, dass wir das neben der Schule alles unter einen Hut bringen“, sagt Hannah. „Das ist manchmal stressig, aber es macht auch Spaß, denn beim Fädeln kann man super quatschen.“ In welches SOS-Kinderdorf-Projekt die nächsten Einnahmen fließen sollen, werden die Schülerinnen noch entscheiden. Lioba, Hannah und Alexandra sind keine naiven Mädchen, die ein bisschen Perlen auf Schnüre ziehen. Sie wissen, dass sie die Welt nicht verändern können. Aber sie können sie um vieles besser machen. Mit Perlen. Mit Freundschaft. Und ganz viel Einsatz.

Information

Die Produkte der Mädchen finden sich im Internet unter www.sos-helft-mit.jimdo.com.

Tanja Beetz

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