1. Startseite
  2. Lokales
  3. Ebersberg

Brenner-Nordzulauf: Bahn kündigt Tag der Entscheidung an

Erstellt:

Von: Josef Ametsbichler

Kommentare

Eine davon soll es werden: Die Bahn prüft derzeit fünf Grobtrassen-Varianten für die geplanten zwei neuen Gleise durch den Landkreis Ebersberg, darunter den Bürger-Vorschlag „Türkis“.
Eine davon soll es werden: Die Bahn prüft derzeit fünf Grobtrassen-Varianten für die geplanten zwei neuen Gleise durch den Landkreis Ebersberg, darunter den Bürger-Vorschlag „Türkis“. © GRAFIK: DB NETZE/BAYERISCHE VERMESSUNGSVERWALTUNG

Für den Landkreis Ebersberg steht ein wegweisender Termin an: Noch im Juli soll die Entscheidung fallen, wo zwei neue Gleise zum Brenner geplant werden.

Landkreis – Weniger als ein Monat, dann ist die Katze aus dem Sack: Am Mittwoch, 13. Juli, will die Deutsche Bahn bekannt geben, welche der fünf Grobtrassen für den Brenner-Nordzulauf im Auswahlverfahren am besten abgeschnitten hat und folglich gebaut werden soll – die sogenannte Vorzugstrasse. Das Entscheidungsdatum bestätigte ein Konzernsprecher auf Anfrage der Ebersberger Zeitung.

Fünf Vorschläge - alle lösen Betroffenheiten aus

Bislang verlaufen die Linien von fünf möglichen Varianten zwischen Aßling und Grafing-Bahnhof durch den südlichen Landkreis Ebersberg. Sie alle, Pink, Limone, Rot, Orange und Türkis, lösen mit ihren unterschiedlichen Tunnel- und Brückenanteilen Betroffenheiten in der Region aus, da die geplanten zwei zusätzlichen Gleise, die 2040 in Betrieb gehen sollen, gewaltige Baumaßnahmen erfordern.

Applaus für die Bürgertrasse

Als jüngste im Verfahren ist die Variante Türkis, entstanden aus den Bürgervorschlägen des Aßlinger Ingenieurs Andreas Brandmaier und des Brucker Bürgermeisters Josef Schwäbl (CSU). Sie war in der Region spontan auf großen Beifall gestoßen, weil sie sich in weiten Teilen am Verlauf der bestehenden beiden Gleise orientiert. Große Proteste in der Region hatte zunächst die Angst vor einer Zerstörung der Landschaft zwischen Aßling und Grafing hervorgerufen. Dort würden die Vorschläge Orange, Rot, Gelb und Limone und Pink die Landschaft in Teilen zerschneiden – wobei die Variante Pink, die als einzige auch das Gebiet der Gemeinde Bruck tangiert, wegen ihres umwegigen Bogenverlaufs als unwahrscheinlichster Kandidat gilt.

Kritik am bestandsnahen Ausbau

Zuletzt rief aber auch die „Bürgertrasse“ Türkis Widerstand hervor, besonders in Aßling, wo die zwei zusätzlichen Gleise neben den bereits bestehenden durch den Bahnhof verlaufen würden (übrigens auch bei der Variante Orange der Fall). Eine lose Bürgerinitiative namens „Schützt Aßling und das Atteltal“ warnt vor einer großen Belastung durch hohe Zugzahlen und eine vorausgehende langwierige Baustelle im Ort sowie einer folgenschweren Durchschneidung des Atteltals mit einem Brückenbauwerk. Die Initiative lehnt den bestandsnahen Ausbau ab und fordert größtmögliche Tunnelanteile – ein Anliegen, dem die Bahn wiederholt mit dem Verweis auf unrealistisch hohe Baukosten begegnet.

648 Unterstützer-Unterschriften hat die Initiative nach eigenem Bekunden mittlerweile gesammelt und dem Bürgermeister übergeben. Einen Brief der Initiative an die Bayerische Staatsregierung beantwortet diese in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt so: „Die Bayerische Staatsregierung wird sich auch weiterhin für eine anwohnerfreundliche Trasse mit hohem unterirdischem Streckenanteil einsetzen.“ Allerdings sei das Aufgabe des Trassen-Auswahlverfahrens der Bahn und der anschließenden, vorgegebenen Planungsschritte, bei denen Betroffene ihre Anliegen einbringen könnten.

Bahn verweist auf abgestimmte Kriterien

Die Bahn äußert sich vorab nicht wertend zu den einzelnen Variantenkandidaten und verweist auf das von der Uni Innsbruck begleitete Auswahlverfahren. Dieses erfolge anhand eines transparenten Kriterienkatalogs. Dieser wurde mit Teilnehmern des Dialogforums aus der Region, darunter Politiker und Vertreter von Interessensverbänden, abgestimmt. Das Auswahlverfahren und die Entscheidung werde man am 13. Juli ausführlich öffentlich begründen, verspricht die Bahn.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Ebersberg finden Sie auf Merkur.de/Ebersberg.

Ebersberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Ebersberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Ebersberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare