Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Forstbetriebsleiter Rudolf Perfler und seine Alpenländische Dachsbracke Reserl beim Reviergang im Wald. Foto: sro

Die Natur wird's schon richten

Ebersberg - Erst ein extrem trockener, heißer Sommer, dann ein lauwarmer Herbst, der sich mindestens bis Weihnachten hinzieht. Ja, ist denn die Natur verrückt geworden?

Träge dahinplätschernde Bachläufe, ausgetrocknete Teiche, abgestorbene Baumkronen: Die Folgen eines ungewöhnlichen Klimajahres sind sichtbar.

„Die Natur passt sich an“, sagt der Leiter des Forstreviers Ebersberg, Rudolf Perfler. „Das Klima ist nur ein Aspekt des umfassenden Systems Natur.“ Immerhin ist es in der Lage, so einiges zu beeinflussen. Die Lebensbedingungen unseres Wildes zum Beispiel. Die milden Temperaturen in diesen Tagen sorgen dafür, dass der Waldboden schön locker bleibt. Und das kommt den Wildschweinen zugute, weil sie so gerne Wurzeln und Engerlinge vertilgen. Perfler: „Die können sich jetzt immer noch richtig schön Fett anfressen, um gut über den Winter zu kommen.“

Das hat viele pumperlgesunde Wildschweine zur Folge, die entsprechend zahlreichen, kräftigen und vor allem überlebensfähigen Nachwuchs bekommen können, der dann in den nächsten Jahren Landwirte und Jäger vor Probleme stellt. „Im Wald verursachen die Sauen normalerweise keine größeren Verwüstungen“, weiß Perfler. Aber im Sommer, wenn Getreide und Mais locken, ziehen die Rotten auf die Felder und Wiesen und sorgen dort für nicht unerhebliche Schäden - auch finanzieller Art.

Auf die Fruchtbarkeit der Rehe hat das milde Winterwetter keinen Einfluss - die paaren sich bereits im Sommer. Aber: Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass das Rehwild auch jetzt noch viel unterwegs ist und deshalb mehr Nahrung zu sich nimmt als in einem „normalen“ Winter, wo die Rehe fast den ganzen Tag lang energiesparend ruhen und extrem wenig fressen. „Könnte sein, dass wir deshalb nächstes Jahr sogar mehr verbissene Bäumchen haben als nach einem eiskalten Winter“, mutmaßt der Förster.

Den Bäumen habe vor allem die große, langanhaltende Hitze im Sommer zu schaffen gemacht, erklärt Rudolf Perfler. Das ging sogar so weit, dass einige Fichten die Nährstoffzufuhr in ihre Spitzen unterbrochen haben, um zu überleben. Die Folge sind abgestorbene Baumkronen. Andere Bäume haben ihr Laub erheblich früher als sonst abgeworfen. All das, erklärt Perfler, bewirke zwar keine großen, wirtschaftlichen Schäden, biete aber Angriffsfläche - und zwar für Parasiten. Stichwort: Borkenkäfer. Ob und inwieweit sich Buchdrucker und Kupferstecher im Landkreis Ebersberg vermehrt und ausgebreitet haben, wird sich erst im Frühjahr zeigen. Bis dahin halten die Larven des Baumschädlings unter den Rinden oder auch im Waldboden Winterruhe.

Mal ist es zu kalt, mal zu warm, mal zu feucht und dann wieder zu trocken. „Das ist Natur“, sagt der Ebersberger Revierförster. „Sie funktioniert in ihren eigenen zeitlichen Dimensionen.“ Was wir davon wahrnehmen, ist nicht mehr als ein kurzer Augenblick. Perfler: „Natur ist eben ständig im Wandel.“

Von Sabine Heine

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