Nicht gerade eine Augenweide: Der große Bettenbau der Kreisklinik wird innen totalsaniert. Foto: jro

100 Kilometer Stromleitung für die Klinik

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Ebersberg - Der alte Bettenbau des Krankenhauses steht kurz vor einem Totalumbau, über 20 Millionen Euro werden insvestiert.

Das dicke Ende kommt zum Schluss: In der Kreisklinik Ebersberg wird in den kommenden eineinhalb Jahren der Altbau an der Münchener Straße renoviert. „Über 20 Millionen müssen dafür aufgewendet werden“, sagt Klinik-Geschäftsführer Stefan Huber. Ein Kraftakt für den Landkreis Ebersberg und die Kreisklinik selbst, auch wenn der laufende Betrieb des Hauses durch den Umbau nicht beeinträchtigt wird.

Welche Dimension die Renovierung hat, wird deutlich, wenn man einen Blick in die Ausschreibung wirft, die im bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht wurde. Insgesamt sollen in dem alten Bettenbau über vier Kilometer Heizungsrohre verlegt werden.

Außerdem bekommt das Haus 380 neue Heizkörper. Das ist noch nicht alles: Die gesamte Raumlufttechnik muss ausgewechselt werden. Dazu werden zuerst einmal eineinhalb Kilometer alte Luftleitungen herausgerissen.

„Zeitweise werden bis zu 60 Leute gleichzeitig in dem Gebäude arbeiten“, schätzt Huber. Mit Komplikationen ist zu rechnen. „Eine durchgehende Bearbeitung vor Ort ist nicht möglich! Es ist mit mehreren Unterbrechungen zu rechnen“, werden die Firmen in der Ausschreibung schon einmal vor Unwägbarkeiten und Verzögerungen im Baufortschritt gewarnt. Alle Gewerke müssen ineinander greifen. Eine große, logistische Herausforderung.

Auch die Sanitäranlagen müssen vollkommen erneuert werden. Dazu kommen über 60 neue Fertigbäder, die in dem Bau installiert werden, der für etwa 100 Betten ausgelegt ist. Huber ist trotzdem optimistisch: „Im Dezember 2018 soll alles fertig sein, dass wir zum Jahreswechsel wieder voll in Betrieb gehen können.“

Baubeginn im August

Als Baubeginn steht der August im Terminkalender der Kreisklinik. Die Betten wurden dazu bereits in den provisorischen Anbau ausgelagert, der in Modulbauweise an die Kreisklinik angegliedert worden und der so gelungen ist, dass man kaum von einem Provisorium sprechen mag. „Das ist eine immense Aufgabe“, blickt Huber vorsichtig in die nahe Zukunft. „Von allen Bauabschnitten ist das der größte bisher.“

Die Finanzierung wird von drei Säulen getragen: Den Löwenanteil bestreitet der Freistaat, auch der Kreis beteiligt sich mit erheblichen Mitteln und schließlich „muss die Klinik selbst einen Beitrag leisten“, sagt Huber. Geplant ist eine Größenordnung von sechs Millionen Euro, wovon der Landkreis etwa 80 Prozent übernehmen wird.

Ein modernes Krankenhaus muss über eine gute Dateninfrastruktur verfügen. Die soll dadurch gewährleistet werden, dass insgesamt 50 Kilometer EDV-Kabel verlegt werden. Das ist aber noch nicht der größte Leitungsposten. Denn an Steuer- und Stromleitungen kommen noch einmal 100 Kilometer dazu. „Der neunte Bauabschnitt“, so schildert Huber, „ist dann aber der Endspurt“ zum vorläufigen Klinikausbau. Mit kleineren Arbeiten sei zwar immer zu rechnen, die Totalsanierung des Hauses sei mit den Großbaumaßnahme jedoch vorerst abgeschlossen.

Die Vorläufer der Ebersberger Kreisklinik reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als noch in der Lehrer-Schwab-Gasse Kranke und Bedürftige gepflegt wurden. Im April 1878 fand dann der Spatenstich für das erste Krankenhaus in Ebersberg statt, 1956 übernahm der Landkreis die Klinik, die sich seither zum Behandlungszentrum entwickelt hat.

Während 1987 noch jährlich etwa 9000 Patienten behandelt wurden, waren es im Jahr 2014 schon weit über 16 000 wird berichtet. Längst firmiert das ehemalige Kreiskrankenhaus unter dem Namen „Kreisklinik“, beherbergt weit über 300 Betten und hat sich einen überregionalen Ruf als Behandlungszentrum mit einem beachtlichen Angebot erarbeitet.

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