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Ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg wurde am Amtsgericht Ebersberg zu drei Jahren Bewährung verurteilt  wegen des Besitzes von Kinderpornografie.

Aus dem Amtsgericht Ebersberg

Kinderpornos per WhatsApp verschickt

Am Amtsgericht Ebersberg ist ein 33-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg wegen des Besitzes und der Verbreitung pornografischer Schriften zu neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Landkreis– Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, im Mai 2015 mehrere Bild- und Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt per WhatsApp verschickt zu haben. Zudem soll sich der Lagerist im Dezember 2016 erneut zahlreiche Bilder und Videos auf seinem Laptop angesehen haben, diesmal sowohl mit kinder- als auch mit jugendpornografischem Inhalt. Der Verteidiger des 33-Jährigen, Rainer Raisch, antwortete stellvertretend für seinen Mandanten, dass dieser den Vorwurf einräume und nichts bestreite.

Auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin erklärte der Angeklagte, dass er sich über eine Therapie bislang noch keine Gedanken gemacht habe. Er gab jedoch zu, einen Fehler begangen zu haben, der durch nichts zu entschuldigen sei.

Obwohl der 33-Jährige zu Protokoll gab, keine entsprechende Neigung zu haben, sah die Richterin ein Beratungsgespräch mit anschließender Therapie als unausweichlich an: Selbst wenn es sich um ein einmaliges Vergehen handeln sollte, so müsse dennoch ein ärztliches Gutachten eingeholt werden, schon allein, um eine Wiederholungsgefahr auszuschließen.

Die Staatsanwaltschaft forderte nach der Beweisaufnahme in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Sie berücksichtigte dabei das Geständnis des Angeklagten sowie dessen Einsichtigkeit. Zusätzlich fiel ein leeres Vorstrafenregister positiv ins Gewicht. Dennoch handle sich nicht nur um den Besitz, sondern auch um die Verbreitung mehrer kinder- und jugendpornografischer Dateien. Die Kinder auf den Bildern und in den Videos seien darüber hinaus zum Teil erst fünf Jahre alt gewesen. Schließlich trage auch das Angebot solcher Inhalte dazu bei, dass der Markt an kinderpornografischem Material bestehen bleibe, wenn nicht sogar weiter wachse. Die Staatsanwaltschaft sah auch die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe, jedoch nur mit Auflagen.

Nach etwa dreißigminütiger Verhandlung verkündete Richterin Vera Hörauf das Urteil. Der Angeklagte wird zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt, wobei diese in eine dreijährige Bewährungsstrafe ausgesetzt werden kann. Dabei muss sich der Lagerist an einige Auflagen halten: Er bekommt einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt, der ihm auch bei einer möglichen Therapie helfen soll. Zudem muss er, sofern ärztlich angeordnet, eine Therapie absolvieren und darf diese nicht vorzeitig abbrechen. Schließlich muss er im Falle einer Bewährungsstrafe insgesamt 2400 Euro für einen gemeinnützigen Zweck zahlen. Der 33-Jährige akzeptierte das Urteil und entschuldigte sich erneut für seine Taten. Die Staatsanwaltschaft hat nun eine Woche Zeit, um Revision gegen das Urteil einzulegen. Sollte sie mit dem Urteil nicht einverstanden sein, könnte es sein, dass der Angeklagte seine Haftstrafe antreten muss.

Von Julia Roll

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