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Aus den Händen von Wolfgang Altmüller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, erhielt Wolfhard Binder (re.) die die Goldene Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands.

Bankchef Wolfhard Binder geht in Ruhestand

Abschied vom 100-Millionen-Euro-Mann

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16 Jahre lang stand er an der Spitze der Bank, am Freitag ist Wolfhard Binder, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Ebersberg, in den Ruhestand verabschiedet worden. Das operative Geschäft der Genossenschaft verantworten seit 1. Januar Bernhard Failer und Christian Weber als gleichberechtigte Vorstände.

Ebersberg – Wolfhard Binder ist ein bescheidener Mensch, der nie viel Aufhebens um seine Person machte. Insofern war es folgerichtig, dass er am liebsten auf eine offizielle Verabschiedung verzichtet hätte. „Ich verabschiede mich von meinen Mitarbeitern und verlasse ganz ruhig das Haus“, so hatte sich Binder seinen Abgang eigentlich vorgestellt, als er vor einigen Wochen darauf angesprochen wurde. Doch daraus wurde nichts. Folgerichtig ist nämlich auch, dass man einen Bankvorstand, der das Haus 2002 in eher schwieriger Lage übernahm und strategisch klug zu einer sehr erfolgreichen Bank formte, nicht einfach so gehen lässt.

Aufsichtsratsvorsitzender Rudolf Heiler hatte deshalb zu einer Feierstunde auf die „Ebersberger Alm“ eingeladen, um dem Menschen Binder und dem Banker Binder zu danken und ihm Anerkennung zu zollen.

Binder habe, so Heiler in seiner Ansprache, seine Sanierungsfähigkeiten unter Beweis gestellt und die Bank zu einem Erfolgsunternehmen gemacht, das derzeit über 108 Millionen Euro Eigenkapital verfüge. Man könne Binder den „100-Millionen-Mann“ nennen, sagte der frühere Grafinger Bürgermeister, der auch darauf verwies, das sich die Bilanzsumme in der Zeit Binders auf 785 Millionen Euro mehr als verdreifacht habe und er sich dabei stets auch für soziale Belange in der Region eingesetzt habe. Etwa für die „Kette der helfenden Hände“ von Ebersberger Zeitung und Lions Club Ebersberg, die unschuldig in Not geratene Menschen unterstützt.

Aus den Händen von Wolfgang Altmüller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, erhielt Binder die höchste Auszeichnung, die die Organisation zu vergeben hat, die Goldene Ehrennadel des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands.

Altmüller würdigte seinen langjährigen Kollegen als großen Förderer des Mittelstandes, der „unternehmerischen Geist“ verkörpert. Binder sei ein „ehrbarer Kaufmann“ und ein Genossenschaftsbanker par excellence. Er habe eigentlich sein ganzes Berufsleben gegen die „ausufernde Bankenregulierung“ gekämpft. „Ehrlich, verlässlich, glaubwürdig“ – so habe Binder stets gearbeitet. Er sei ein Vorbild „für eine ganze Generation von Bankvorständen“.

Aufsichtsratschef Heiler hob die Geradlinigkeit Binders hervor, der zu Beginn seiner Arbeit an der Spitze des Hauses, „nicht wenigen auf die Füße treten“ musste. Er habe so manche Auseinandersetzung führen müssen, die auch für ihn nicht ohne Blessuren abgegangen seien. „Seine Sanierungsfähigkeiten“ habe aber am Ende Existenzen gesichert und nicht vernicht. Viele Betroffene seien heute in der Rückschau dankbar, meinte Heiler.

Binder selbst reichte das Lob an seine Mitarbeiter weiter. Er dürfe die Goldene Ehrennadel tragen, verdient habe sie aber in gleichem Maße sein Team.

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