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Die Eingangshalle des ehemaligen Sparkassengebäudes in Ebersberg. Hier kann man Fußball spielen.

Kommentar zu explodierenden Kosten beim Sparkassen-Gebäude

Blauäugigkeit kommt Steuerzahler teuer

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Die Sanierungskosten beim vom Landkreis gekauften Sparkassengebäude sind explodiert. Die Zeche der Blauäugigkeit von Landrat Robert Niedergesäß (CSU) und seiner Berater zahlt der Steuerzahler, meint Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung, in seinem Kommentar:

Ach, es hätte alles so schön werden können – quasi eine Win-Win-Situation, die nur Sieger mit strahlendem Lächeln hervorbringt. Hätte! Geworden ist daraus eine Pleite, die den Steuerzahler teuer zu stehen kommt. Für den Landkreis Ebersberg, seine Verwaltung, den Kreistag und für Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ist die Geschichte auch noch hochnotpeinlich.

Der Reihe nach: 2017 kauft der Landkreis der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg (in deren Verwaltungsrat Landrat Niedergesäß sitzt) ihr ehemaliges Hauptgebäude am Sparkassenplatz ab. Kostenpunkt: 12,1 Millionen Euro. Der Sanierungsaufwand für das Haus, das künftig einen Teil der Kreisverwaltung aufnehmen soll, wird auf 3,3 Millionen Euro geschätzt. Die Kreissparkasse ist froh, den Klotz loszuhaben, den sie dort einst in den fetten Jahren hingestellt hatte. Auf dem freien Markt wäre die Immobilie schon von ihrem Raumkonzept her mit einer Eingangshalle, in der man Fußball spielen kann, schwer zu vermarkten gewesen. Da kam Investor Niedergesäß gerade recht.

Dumm nur, dass sich die Sanierungskosten innerhalb von kurzer Zeit um fast acht Millionen Euro auf über elf Millionen in die Höhe geschraubt haben – und das, obwohl im Vorfeld externe Fachleute die Immobilie unter die Lupe genommen hatten.

Genau das treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Der Landkreis schickt vor dem Kauf so genannte Experten in das Haus, doch deren Expertisen sind am Ende offensichtlich das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden. Wer hat die Fachleute ausgewählt? Wie hoch waren deren Honorare? Werden sie in Regress genommen? Fragen, die Niedergesäß beantworten muss.

Sich jetzt einfach hinzustellen und den Menschen im Landkreis mit einem Achselzucken zu erklären, dass man aus dieser Nummer nicht mehr rauskommt, ist schon dreist. Nahezu jeder Mittelständler im Landkreis müsste nach einem „Deal“ wie diesem Insolvenz anmelden.

Die Grünen fordern nun, den Prüfungsverband einzuschalten. Ein richtiger Schritt, nur kommt er leider zu spät. Der Kreistag, der die Verwaltung im Landratsamt eigentlich überwachen soll, hat versagt. Er hat die Tischvorlagen einfach geschluckt, sich mit spärlichen Informationen zufriedengegeben, nicht kritisch genug nachgefragt, den Kauf der Immobilie abgenickt. Jetzt ist das Gejammer groß.

Aus der eingangs beschriebenen Win-Win-Situation ist eine Win-Lose-Situation geworden. Gewinner ist die Sparkasse, die froh sein kann, die Immobilie vom Bein zu haben. Verlierer ist der Steuerzahler, der die Blauäugigkeit von Niedergesäß und seiner Verwaltung teuer bezahlt.

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