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Judith Kaiser und Ahmed Ali. Die Grafingerin wurde auf das artistische Talent des 22-Jährigen aufmerksam. 

Asylverfahren abgelehnt

Ahmed Ali tritt für Menschen auf, denen es schlecht geht: Jetzt soll er gehen

Weil Ahmed Ali abgeschoben werden soll, machen Menschen aus dem Landkreis Ebersberg und aus München mobil. Der 22-Jährige sei ein Musterbeispiel dafür,  wie gute Integration sein sollte: Ausbildung, Sprache, ehrenamtliches Engagement. 

Ebersberg – Er war der erste Artist in dem Münchner Projekt „Circus der Herzen“: Ahmed Ali. Judith Kaiser aus Grafing hat die Gruppe aus ehrenamtlichen Artisten und Pantomimen ins Leben gerufen. Sie wollen Alten, Einsamen und Verlorenen mit ihren Auftritten Freude schenken. Ahmed Ali sei das Aushängeschild der Gruppe.

Doch der 22-jährige Somalier soll abgeschoben werden. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Am 31. Januar soll das Verwaltungsgericht München über die Abschiebung urteilen. Florian Haenisch, der Anwalt von Ahmed Ali, ist skeptisch. Er geht davon aus, dass die Chancen des jungen Somaliers schlecht stehen, in Deutschland bleiben zu können.

Ein Musterbeispiel für gute Integration 

Gegen die drohende Abschiebung machen jetzt Menschen aus dem Landkreis Ebersberg und aus München mobil. Sie wollen dagegen eine Petition starten. Pfarrer Felix Leibrock ist Leiter des evangelischen Bildungswerkes in München und Polizeiseelsorger. Er hat Ahmed Ali vor Monaten kennengelernt. „Wir brauchen Ahmed“, sagt der Seelsorger. Warum ausgerechnet er abgeschoben werden soll, könne Leibrock nicht nachvollziehen. Zumindest nicht, was das Menschliche angehe. „Er ist eigentlich ein Musterbeispiel, wie gute Integration ausschauen sollte“, sagt Leibrock. Er habe schnell sehr gutes Deutsch gelernt, mache eine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker bei einem Ebersberger Autohaus und engagiere sich ehrenamtlich. Bei Movimento beim TSV Grafing und im Integrationstheater des alten kino in Ebersberg ist der 22-Jährige aktiv. 

Im Heimatland lauert der Tod

Viele kennen ihn, sagt Leibrock. „Wenn das so weitergeht, wirst du noch Bürgermeister von Ebersberg, habe ich mal zu ihm gesagt“,erzählt der Pfarrer und lacht. Aber zum Lachen ist ihm nicht zumute. Denn das schlagendste Argument gegen die Abschiebung sei laut Leibrock die Situation in Somalia. „2013 haben Milizen Ahmeds Vater vor Ahmeds Augen ermordet“, schreibt er. Und auch er selber laufe Gefahr, getötet zu werden, wenn er zurückkehre.  

ch

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