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Die Kartoffel hat es in Ebersberg nicht einfach - der Landkreissüden ist inzwischen kartoffelfrei. 

Was wissen Sie zur tollen Knolle?

Das alles kann die Kartoffel

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Wussten Sie, dass eine durchschnittliche Kartoffel mehr Vitamin C hat als ein Apfel? Am 19. August ist Tag der Knolle - wir haben uns mit Bauern im Landkreis unterhalten. 

Landkreis – „Wirst du erst geehrt, bist du nichts mehr wert.“ Geehrt wird am 19. August die Kartoffel – und zwar international. Aber die stärkehaltige Knolle hat es nicht ganz leicht in der Region Ebersberg. „Der ganze Landkreissüden ist inzwischen kartoffelfrei“, berichtet Thomas Eberl vom Amt für Landwirtschaft in Ebersberg. Kartoffeln werden eher in den Nordgemeinden angebaut. Der Erdapfel hat einen Ruf als Dickmacher, aber diesen Ruf hat er zu Unrecht. Denn 100 Gramm gekochte Kartoffeln haben gerade einmal 70 Kalorien. Das sind etwa 80 weniger als die gleiche Menge Nudeln hat.

Warum bauen nur wenige Landwirte mehr Kartoffeln an? „Der Grund liegt in der Vermarktung“, sagt Eberl. Mais sei viel leichter und auch international zu vermarkten. Die Landwirte könnten Mais produzieren für Biogasanlagen, könnten ihn verfüttern oder Körnermais daraus machen. „Den kann man auch überlagern“, sagt Eberl. Bei der Kartoffel geht das nicht. „Die muss regional vermarktet werden.“ Und das ist oft mühsam.

Die Kartoffel hat Potenzial 

„Transport und Lagerung sind bei der Kartoffel anspruchsvoller“, bestätigt Jungbauer Ludwig Huber vom Zehmerhof in Gelting. „Man könnte sie auch international vermarkten, aber davon sind wir abgekommen“, ergänzt seine Mutter Andrea. „Die Lieferverträge sind manchmal das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.“

Dass aber auch in den Erdäpfeln eine große Chance steckt, dafür ist gerade der Plieninger Hof ein gutes Beispiel. „Wir vermarkten unsere Kartoffeln ab Hof“, sagt Andrea Huber. Aber trotzdem: „Früher haben wir auf 20 Hektar Kartoffeln angebaut, jetzt sind es nur noch zehn Hektar.“ Viele Bauern hätten den Kartoffelanbau ganz aufgegeben, die im Landkreis produzierte Menge hingegen sei in etwa gleichgeblieben, schätzt Eberl vom Landwirtschaftsamt. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, den auch Huber zieht: „Nur die ganz großen Landwirte sind noch übrig geblieben.“

Die Kartoffel hat Vitamin C

Dem Kartoffelanbau stehen Verbraucher oft kritisch gegenüber. Eine alte Faustregel besagt nämlich, dass diese Feldfrucht bis zu einem Dutzend mal gespritzt wird, bis sie schließlich im Körbchen liegt. „Sieben bis zehn Mal“, bestätigt Eberl, je nach Witterung. „Gegen die Kraut- und Knollenfäule muss der Landwirt etwas unternehmen“, sagt Andrea Huber. Sie sagt aber auch: „Wir machen nur das Nötigste. Deswegen steht bei uns auch soviel Unkraut, wie jeder sehen kann.“

Dem Vitamingehalt macht der Einsatz von Spritzmitteln nichts aus. 100 Gramm Kartoffeln haben 17 Milligramm Vitamin C, das ist mehr als in einem Apfel (zwölf Milligramm). Wer in der Gastronomie vorgefertigte Speisen wie etwa Pommes frittes vorgesetzt bekommt, beißt dabei vielleicht sogar auf Kartoffeln aus dem Landkreis. Denn die örtlichen Landwirte liefern auch an die „Firma Elfer Austria“, die Convenience-Produkte (also Fertiggerichte) herstellt, weiß Ludwig Huber von seinen Landwirtskollegen.

Die Kartoffel hat Zukunft

Christina Lenz (22) liebt Kartoffeln. 

„Nach dem Wegzug von Pfanni ist ein großer Teil weggebrochen“, schildert Franz Lenz, Kreisobmann des Bauernverbandes, die aktuelle Anbausituation. Lenz hat eine 22-Jährige Tochter, die Christina heißt. Sie hat ihre Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin den Erdäpfeln gewidmet und damit bestanden. „Ich möchte den Wert der Kartoffel in der Gesellschaft wieder stärken“, sagt sie über ihre Motivation.

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