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Das Autohaus Ebersberg wollte in Richtung Süden erweitern. Eine jahrelange Diskussion fand nun mit einem knappen Nein im Stadtrat ihren Abschluss.

„Panorama erheblich beeinträchtigt“

Alpenblick siegt

Ebersberg - Die Grill-Gruppe muss ihre Erweiterungspläne südlich des Firmengeländes in Ebersberg begraben. Der Ebersberger Stadtrat hat entschieden.

Was ist dem Ebersberger wichtiger: Das Alpenpanorama oder das Gewerbe vor Ort? An dieser Frage scheiden sich die Geister, wie auch die Meinungen der Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung. Nach ausgiebiger Diskussion hat letzten Endes der idyllische Blick aufs Gebirge das Rennen gemacht. Dieser nämlich soll für den aus Norden kommenden Autofahrer nicht noch weiter verbaut werden.

Absage kam überraschend

Die Grill-Gruppe möchte auf der Wiese südlich des bestehenden Autohauses Verkaufs- und Ausstellungsflächen entstehen lassen. Diesem Teil des Plans steht nichts im Wege. Dafür aber wollte der Autohändler das Sichtdreieck entlang der Schwabener Straße als Park- und Rangierfläche nutzen. Das Ansinnen stand nicht zum ersten Mal auf der Tagesordnung im Stadtrat. Bisher hatte man dieses immer wohlwollend behandelt, schließlich geht es mit der Grill-Gruppe um einen der größten Arbeitgeber der Stadt, der konkurrenzfähig bleiben will und den man unbedingt am Ort halten möchte.

Nach zunächst vielen positiven Signalen hörte die Grill-Gruppe nun überraschend ein endgültiges „Nein“. Dieses Mal sollten nur noch die Anregungen nach der öffentlichen Auslegung besprochen werden. Ernste Kritik am Bauvorhaben war lediglich vom Bund Naturschutz gekommen, der sich gegen die Versiegelung einer Fläche von 1,36 Hektar aussprach, sowie von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt. Es werde „sehr kritisch gesehen“, dass die „besondere Blickbeziehung zum Alpenpanorama erheblich beeinträchtigt“ werde, hieß es vom Naturschutz. Ein Argument, das die Diskussion im Stadtrat von Neuem aufleben ließ.

CSU-Räte werben vergeblich

Offenbar hatten einige Räte erst jetzt ihre Hausaufgaben und sich vor Ort ein Bild gemacht. Früher ein Verfechter des Bauvorhabens, stehe er „mittlerweile überhaupt nicht mehr dahinter“, bekannte beispielsweise Toni Ried (FW) bestechend ehrlich. Florian Brilmayer und Josef Riedl (beide CSU) wollten vergeblich zum Kuscheln mit der örtlichen Wirtschaft überreden. Die Grill-Gruppe sei „dynamisch genug, andere Konsequenzen zu ziehen“, warnte Riedl. „Wir haben schon genügend Unternehmen erlebt, die abgewandert sind!“

„Die Verzweiflung, mit der das Projekt schöngeredet wird, stößt mir sauer auf“, wetterte Michael Schulte-Langforth von den Grünen dagegen. Das Alpenpanorama als Willkommensgruß der Kreisstadt ist offenbar ein hoch emotionales Thema. Doris Rauscher (SPD) sprach davon, wie ihr bei dem Blick regelmäßig das Herz aufgehe, und Bernhard Spötzl (FDP) hatte Angst vor einem Flair „wie in der Bodenseestraße in München“ zwischen Reischl-Neubau und Autohaus - „und das an einer so markanten Stelle Ebersbergs“.

Die Entscheidung im Stadtrat fiel denkbar knapp aus. Am Ende stand es 11:11 Stimmen, bei diesem Patt wurde der Antrag rechtmäßig abgelehnt.

Uta Künkler

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