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Am Amtsgericht Ebersberg fiel das Urteil gegen einen 27-Jährigen, der seine Freundin mehrfach verletzt hatte.

Aus dem Amtsgericht

Gewalt gegen Lebensgefährtin: 6000 Euro Geldstrafe

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Ebersberg – Ein Handwerker (27) aus dem Landkreis-Süden verletzt im Streit mehrfach seine Freundin. Dafür muss er vor Gericht und wird - zu seiner Überraschung - verurteilt.

Wenn vor Gericht Aussage gegen Aussage steht, heißt das nicht unbedingt, dass der Angeklagte ungeschoren davonkommt. Diese Erfahrung machte am Dienstag ein Handwerker (27) aus dem südlichen Landkreis: Er bekam am Amtsgericht Ebersberg 6000 Euro Geldstrafe aufgebrummt, weil er seine Freundin im Streit mehrfach verletzt hatte. Inzwischen hat sich das Paar, das eine gemeinsame Tochter hat, längst getrennt. Doch zwischen 2013 und 2015 kam es in der gemeinsamen Wohnung öfter zu heftigem Streit.

Drei Taten: Fuß eingeklemmt, Knie im Rücken, Schlag mit Tischbein

In dem Prozess ging es um drei Vorfälle: Im Sommer 2013 hatte der Handwerker seiner fünf Jahre älteren damaligen Lebensgefährtin im Streit die Autotür zugeknallt und dabei ihren Fuß eingeklemmt – unabsichtlich, wie beide betonten, auch wenn die Meinungen über Art und Härte des Zuschlagens auseinandergingen. „Das war ein Unfall, es tut mir leid“, sagte der Angeklagte.

Wenige Tage zuvor aber war mehr Absicht – und Alkohol – im Spiel: Aus einem Wutanfall heraus stieß der Handwerker seine Freundin zu Boden und drückte ihr das Knie in den Rücken. „Ich konnte mich tagelang nicht rühren“, berichtete die Frau.

Der dritte Vorfall hat der Beziehung wohl den Todesstoß versetzt: Bei einer Diskussion über die Kosten für eine neue Zahnspange für die gemeinsame Tochter habe ihr Ex-Freund im Oktober 2015 einen Tisch zerschlagen und ihr das Tischbein „mit voller Wucht von hinten gegen den Oberschenkel gehauen“, sagte die Frau aus.

Der Angeklagte streitet alles ab, der Staatsanwalt fordert eine Haftstrafe

Der Angeklagte stritt die beiden Taten ab, er habe sich lediglich gewehrt, als seine Freundin auf ihn losgegangen sei, und ihn mit blutig gekratzt habe. Erst als der Staatsanwalt in seinem Plädoyer sechs Monate Haft auf Bewährung forderte, schien dem Mann, der ohne Anwalt erschienen war, der Ernst seiner Lage bewusst zu werden. „Bin ich jetzt voll schuldig?“, nahm er das Urteil von Richterin Vera Hörauf vorweg.

Die verurteilte ihn für die drei Taten wegen fahrlässiger, vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung. Auch, weil sie Tat eins und drei durch ärztliche Atteste belegt sah. „Das finde ich brutal, dafür, dass ich nichts gemacht habe“, kommentierte der Angeklagte das Urteil. Er überlegt sich, in Berufung zu gehen. Wenn, dann aber wohl mit einem Anwalt.

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