Am Amtsgericht Ebersberg sind zwei Männer wegen Geldwäsche verurteilt worden.
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Am Amtsgericht Ebersberg sind zwei Männer wegen Geldwäsche verurteilt worden.

Zwei Männer als Handlanger in Internetbetrügereien verwickelt

Amtsgericht verurteilt zwei Geldwäscher

Das Amtsgericht Ebersberg hat zwei Männer wegen Geldwäsche verurteilt. Sie standen im Dienst von Internet-Betrügern.

Ebersberg – Zwei Männern – einem 48-jährigen Westafrikaner aus Benin sowie einem 27-jährigen Nigerianer ist am Dienstag am Ebersberger Amtsgericht der Prozess wegen Geldwäsche gemacht worden. Der Vorwurf: sie dienten bei Internet-Betrügereien als Handlanger, indem sie ihre Konten für Geldein- und -ausgänge zur Verfügung gestellt hatten.

Gut 32 000 Euro überwiesen so Gutgläubige auf das Konto des Mannes aus Benin. Sie waren auf die Maschen hereingefallen, bald an eine vermeintlich große Erbschaft zu gelangen, wenn sie denn vorab gewisse dafür nötige Gebühren begleichen oder einem in Not geratenen potenziellen Liebhaber finanziell helfen würden. Der Jüngere der beiden hatte bei diesen Transaktionen etwa 4800 Euro auf seinem Konto verbucht.

Lang war die Liste der Geschädigten, die der Staatsanwalt vorlas. Minutenlang fielen Namen und Beträge. Die eingegangenen Gelder seien in der Regel in wenigen Tagen abgehoben oder auf andere Konten überwiesen worden. Beide Angeklagten gaben unumwunden zu, ihre Konten für derartige Geldüberweisungen zur Verfügung gestellt zu haben.

Der Anwalt des Mannes aus Benin argumentierte, sein Mandant habe allerdings von der Betrugsmasche nichts gewusst. Er habe lediglich einem Freund aus Frankreich helfen wollen, der Schwierigkeiten mit seinem Geschäftskonto gehabt haben soll. Das Geld habe der Angeklagte dann lediglich weiterüberwiesen, ohne darüber nachzudenken, woher das Geld gekommen sei. Ihm seien weder die Absender noch Empfänger bekannt gewesen. Auf weitere Fragen, wie sie Richterin Vera Hörauf gerne gestellt hätte, wollten die beiden Angeklagten nicht antworten, was ihnen rechtlich zusteht.

Da der 48-Jährige mit Wohnsitz in Hohenlinden bisher keine Straftat begangen hatte, wurde er zu 190 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt und zur Rückzahlung des entstandenen Schadens in Höhe von 32 000 Euro. Da der Mann ein anhängiges Asylverfahren hat, kaum Einnahmen, wurde der Tagessatz für die Strafe entsprechend niedrig gehalten. Im anderen Fall war die Urteilsfindung komplizierter. Da der 27-Jährige, der in Illerkirchberg lebt, über lediglich 125 Euro monatliche Einkünfte verfügt, pro zusätzliche Arbeitsstunde, die er bei der Gemeinde tätig ist, auch nur 80 Cent erhält, wurde die Frage, wie er den entstandenen Schaden legal wieder zurückzahlen könnte, zum Rechenexempel. Von ihm wurde zwar lediglich eine Rückzahlung von 1500 Euro gefordert, da die anderen Geschädigten im Ausland leben und das Gericht die Nachverfolgung dieser Straftaten für aussichtslos erachtete, man überlegte allerdings lange, welche monatliche Rate von dem Mann geleistet werden könne. Wie auf einem Basar feilschten Anwalt, Staatsanwalt und Richterin um die Rückzahlungsmodalitäten. Schließlich entschied Richterin Hörauf, den Beschluss im Büroweg zu erlassen, um damit noch etwas Zeit zu gewinnen, sodass die Summe auf einen längeren Zeitraum getreckt werden kann. Sie kündigte aber an, zu überprüfen, ob die Raten dann auch pünktlich eingingen.  pke

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