Nicht nur das Tragen von Masken schränkt Kinder in der  Corona-Pandemie ein.
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Nicht nur das Tragen von Masken schränkt Kinder in der Corona-Pandemie ein. (Symbolbild)

Appell der Behörde in der Pandemie

Ebersberger Jugendamt: Vergesst die Kinder nicht!

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Es ist ein deutlicher Appell des Jugendamtes Ebersberg: Die Situation der Kinder und Jugendlichen in der Corona-Pandemie sollte in der öffentlichen Diskussion mehr beachtet werden.

Ebersberg - Allzu sehr würden bei der gesellschaftlichen Diskussion um Lockdown-Maßnahmen wirtschaftliche Forderungen über die Öffnung von Gaststätten oder die Aufhebung der Reisebeschränkungen im Vordergrund stehen. Das betonte jetzt Florian Robida vom Jugendamt in der Sitzung des zuständigen Ausschusses des Kreistages.

Welchen Schaden die Pandemie in Teilen der deutschen Wirtschaft verursache, werde „raumgreifend“ diskutiert, so das Jugendamt. Gleichzeitig würden sich zähe Verhandlungen darüber entspinnen, unter welchen Bedingungen Kindertagesstätten und Schulen wieder geöffnet werden können, „damit Eltern wieder ihrer Arbeit nachgehen können“. Dabei laufe man Gefahr, Kinder und Jugendliche aus dem Blick zu verlieren. Diskussionen, welche psychischen Auswirkungen der Lockdown und die Kontaktbeschränkungen bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden hervorrufen, würden „nur sehr zaghaft geführt“.

Jugendarbeit in Vereinen kann derzeit fast nicht stattfinden

Gerade junge Menschen würden jedoch unter den Beschränkungen leiden. Da fast keine Jugendarbeit zum Beispiel in Vereinen oder Organisationen stattfinde, könnten junge Menschen eventuell wichtig Entwicklungspotenziale nicht nutzen.

Kindeswohlgefährdung

Festgestellt wird vom Jugendamt auch, dass Meldungen über Kindeswohlgefährdungen nachweislich nicht angestiegen seien. Woran dies liegen könnte, bleibe aber spekulativ. „Ob wir etwas nicht mitbekommen, wissen wir nicht“, sagte der Leiter des Jugendamtes Christian Salberg. Da es aber weniger Präsenzunterricht in den Schulen geben, falle auch „nicht so auf, wenn ein Kind plötzlich sehr still geworden ist“. Sonst oft ein Hinweis darauf, dass etwas nicht, was aber unterschiedlichste Gründe haben kann.

Ob wir etwas nicht mitbekommen, wissen wir nicht.

Christian Salberg, Leiter des Jugendamtes Ebersberg

Weniger straffällige Jugendliche

Deutlich ist zudem, dass die Anzahl straffälliger Jugendlicher abgenommen hat. Das liege auch daran, dass Veranstaltungen und Volksfeste nicht stattfanden, Läden oder Gaststätten lange Zeit geschlossen waren. Dadurch auch ein geringeres Aufkommen jugendspezifischer Delikte wie zum Beispiel Ladendiebstahl oder Körperverletzung in Folge von Alkoholkonsum.

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